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Jubiläum: Aus Fuchs und Hof wurde in Niederfischbach im Jahr 1968 der „Fuchshof“

Von am 12. Mai 2018

Das dürften heute in Niederfischbach nur noch die wenigstens wissen: Das Hotel-Restaurant „Fuchshof“ verdankt seinen Namen nicht etwa einer Ortsmarke oder einer alten Anekdote aus dem dörflichen Jägerlatein – nein, der Name entstand einfach aus den beiden Familiennamen des Gründerehepaars: Seniorchefin Lieselotte hatte den Mädchenname Fuchs, und ihr Mann, der 2012 verstorbene Seniorchef Bruno, hieß Hof. Daraus zauberten die beiden vor 50 Jahren den Namen für ein bis heute florierendes Familienunternehmen namens „Fuchshof“

Mit richtigen Füchsen hat der „Fuchshof“ in Niederfischbach nichts zu tun, auch wenn ein ausgestopftes Exemplar das Restaurant ziert (von links): Juniorchefin Christina Hof, ihre Mutter Lieselotte, eine geborene Fuchs, und Christinas Lebensgefährte Heinrich-Josef Wäschenbach feiern Jubiläum. Foto: Peter Seel

Begonnen hatte alles mit einem Eiscafé, das die beiden bereits 1960 an der Föschber Hauptstraße eröffneten – als erstes seiner Art im ganzen Kreis Altenkirchen. 1966 entschloss sich das Paar zum Bau eines größeren Lokals in der Siegener Straße, das dann 1968 eingeweiht wurde. Damals, vor fünf Jahrzehnten, startete der „Fuchshof“ mit einem Café, Konditorei, einer Bierstube und den ersten elf Betten. „Dazu kam damals ein kleiner Lebensmittelladen“, erinnert sich Seniorchefin Lieselotte Hof, während sie durch das graue Fotoalbum mit den Schwarz-Weiß-Aufnahmen blättert. Und die 86-Jährige weiß noch genau, dass damals nicht nur das Eis des Cafés überall geschätzt war, sondern dass auch die Eissplittertorte ihres Mannes weit über die Kreisgrenzen hinaus geschätzt war. „Immerhin war er gelernter Bäcker- und Konditormeister“, schmunzelt sie.

Nicht nur deswegen wurde der „Fuchshof“ für Hochzeiten und Feiern immer begehrter. Schon 1972/73 war die erste Erweiterung fällig: Das Café wurde zur Straße hin vergrößert. 1975 bauten die Hofs auch die Wirtschaft an, und Kegelbahnen sowie weitere Hotelzimmer kamen hinzu. „Da kamen auch Sauna und Schwimmbad dabei“, erzählt Tochter und Juniorchefin Christina (57), die den „Fuchshof“ heute mit ihrem Lebensgefährten Heinrich-Josef Wäschenbach (62) leitet. „Ein Schwimmbad war damals schwer in Mode. Das musste dabei sein, auch wenn es keiner nutzte…“

Ein Schwimmbad war damals schwer in Mode. Das musste dabei sein, auch wenn es keiner nutzte…
Im Jubiläumsjahr erinnern sich die Hofs an die vielen Erweiterungen des Hotels.

Der „Fuchshof“ in seinen Anfangstagen, Ende der 1960er-Jahre. Foto: privat

Damals schaltete man auch die ersten Anzeigen im überregionalen Bereich. Eine im Raum Düsseldorf sorgte für einen regelrechten Boom an Touristen, die aus Ratingen anreisten, meistens Kegelclubs. „Gefühlt war schon ganz Ratingen bei uns“, sagt Christina Hof. Kurz: Es lief so gut, dass 1986 die nächste Erweiterung anstand. Seitdem gibt es hier 32 Betten in 17 modernen Zimmern, die 2017 und 2018 ebenso wie Gaststube und Restaurant renoviert wurden. Dazu hat sich die Juniorchefin schon vor zehn Jahren zur Wellnessberaterin weitergebildet und kann den Hausgästen zusätzlich zum Hotelkomfort auch Wohlfühlmassagen bieten. Nach wie vor zählen nicht nur Geschäftsleute oder Kegelclubs zu den Kunden des „Fuchshofs“, sondern auch viele junge Leute – Sportvereine, Feuerwehren oder auch die Pfadfinder.

Wenn Lieselotte Hof zurückblickt zu den Anfängen, muss sie immer wieder lachen: „Anfangs hatten wir die Küche noch unten in der Backstube, und wir mussten das Essen bei Hochzeiten und anderen Feiern immer die Treppe rauftragen. Das war fast schon Sport. Und weil ich das Kochen nicht gelernt hatte, half in den ersten Jahren meine Mutter in der Küche. So hat man sich langsam hoch gearbeitet.“

Bruno Hof, der als hervorragender Bäcker, Konditor und Koch bekannt war. Foto: privat

Im Gästebuch des Hauses findet sich manch berühmte Name: Von Reitstars wie Dr. Rainer Klimke, Gerd Wildfang oder Günter Winkler über einen Überraschungsgast namens Gotthilf Fischer (der beinahe unerkannt geblieben wäre) und Schriftstellern wie Tilman Röhrig oder Klaus-Peter Wolf bis zu Andreas Englisch, dem Pressesprecher des Papstes, und der aus „Werner“ bekannten Band „Torfrock“. Und weil Seniorchefin Lieselotte einem der illustren Gäste mal gesagt hatte, dass sie sicher nicht mehr lebe, wenn das Gästebuch voll ist, hatte der hineingeschrieben: „Wenn voll, dann hoffentlich nicht tot!“ Doch was eine echte „Fuchs-Hof“ ist, der ist schlau und baut vor: „Das nächste Gästebuch liegt schon parat!“
Von unserem Redakteur Peter Seelhren meine Mutter in der Küche. So hat man sich langsam hoch gearbeitet.“

 

Mit einem Festwochenende am 20. und 21. Juli soll das Jubiläum im „Fuchshof“ unter anderem mit einer Schlagerparty gefeiert werden.

 

Autor/Quelle: Peter Seel – RZ

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