Über Niederfischbach

Niederfischbach – von den Einheimischen seit jeher auch liebevoll „Föschbe“ genannt – ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Altenkirchen in Rheinland-Pfalz, welche der Verbandsgemeinde Kirchen angehört.

Zu Niederfischbach gehören die Ortsteile Hahnhof, Fischbacherhütte, Langenbach, Eicherhof, Oberasdorf und Hüttseifen. „Föschbe“ liegt geographisch im Westen des Giebelwaldes.

Er ist die höchste Erhebung mit 527 Meter über NN, wohingegen das Tal der Asdorf auf 282 m über NN liegt. Zu den Nachbargemeinden zählen neben Kirchen (im Süden) auch Harbach (im Westen) und Niederndorf (im Osten). Die Ortsgemeinde Niederfischbach, so wie wir sie heute kennen, entstand im Juni 1969 aus den vormals selbstständigen Gemeinden Niederfischbach und Hüttseifen sowie einem Teilgebiet der Gemeinde Harbach. Die erste urkundliche Erwähnung von Niederfischbach als „Hof zu Vispe“ fand jedoch schon sehr viel eher, genauer im Jahr 1377 statt. Etwa sechs Jahrzehnte später stand Niederfischbach dann schon im Mittelpunkt eines Kirchspiels und wird in Dokumenten aus der damaligen Zeit als „kirspill von Fischpe“ erwähnt. Kaiser Ferdinand I. verlieh dem Ort im Jahr 1560 die Marktrechte. Doch nicht nur Freudiges geschah in der „Perle im Asdorftal“, wie Niederfischbach ebenfalls gerne bezeichnet wird.

In den Jahren 1624 und 1636 wurde der Ort jeweils von der Pest heimgesucht und auch große Brände, die weite Teile der Gemeinde zerstörten, machten vor Niederfischbach keinen Halt. 1694 verbrannte fast der ganze Ort, nur etwa ein halbes Dutzend Häuser und das damalige Gotteshaus blieben von den Flammen verschont. Weitere große Feuer wüteten in den Jahren 1776 und 1885.

Zwölf Jahre nach der letzten großen Feuerkatastrophe in Niederfischbach wurde mit dem Bau des sogenannten „Siegerländer Doms“ begonnen. Die katholische Pfarrkirche Sankt Mauritius und Gefährten ist das einzige viertürmige Gotteshaus im Kreis Altenkirchen. Unmittelbar am Marktplatz Niederfischbachs liegt die evangelische Kirche. Diese diente seit der Reformationszeit und somit mehr als 300 Jahre lang als Simultankirche für beide Konfessionen. Als sich die katholische Gemeinde den Siegerländer Dom erbaute, behielt die evangelische Gemeinde das bis dahin beiden gehörende Gotteshaus.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen in Niederfischbach zählt der Tierpark, der Jung und Alt auf mehr als 30.000 Quadratmetern über 100 unterschiedliche Tierarten präsentiert. Auch das sogenannte „Fischbacher Werk“ gilt als eine beliebte Attraktion und Wanderziel. Schon zur Zeit der Kelten (etwa 700 Jahre vor Christi Geburt) wurde hier kostbares Erz im Tagebau geschürft. Seine hochglänzende Seite hinterließ der Altbergbau mit dem „Ausbeutetaler“, geprägt 1750 aus dem Silber der Grube „Krautgarten“. Das Silbererz aus den Tiefen der Berge des Otterbach- und Asdorftales brachte der Silber- und Bleierzgrube „Fischbacherwerk“ im 19. Jahrhundert den Ruf ein, eines der wichtigsten Bergwerke im gesamten Land zu sein.

Auch wer sich in „Föschbe“ sportlich betätigen möchte, kann auf seine Kosten kommen. Unter 19 Wanderwegen mit insgesamt mehr als 200 Kilometer Länge können Freunde einer gepflegten Wandertour durch eine herrliche Mittelgebirgslandschaft auswählen. Drei Themenwanderwege wollen erwandert werden, es sind der „Gruben-“, „Schulen-“ und „Kreuzewanderweg“. Der Grubenwanderweg ist wohl der bekannteste Spazierweg. Den gesamten Grubenwanderweg zu erwandern, dauert durchschnittlich sechs Stunden. Der Weg verläuft hauptsächlich über befestigte Waldwege mit zum Teil kurzen Steigungen.

Ebenso ein Anziehungspunkt für alle Sportiven ist der im Sommer 2002 offiziell eröffnete 11,8 Kilometer lange Asdorftal-Radwanderweg auf dem nach Herzenslust in die Pedale getreten oder mit Inlineskatern gefahren werden kann.

Wer sich am Wasser tumeln möchte, für den ist der „Tüschebachsweiher“ vermutlich genau das Richtige. Nach der erfolgten Sanierung des Staudamms durch den Verein Ebertseifen Lebensräume steht den Erholungssuchenden der circa 3,5 Hektar große See wieder zum Verweilen und Entspannen zur Verfügung.

Entspannen kann man sich seit Ende Mai 2012 auch auf dem ehemaligen Gelände der Firma Kleusberg in Niederfischbach. Dort wurde nämlich am Pfingstsonntag der neue Niederfischbacher Bürgerpark eröffnet, mit dem der Ort auf den sich vollziehenden demographischen Wandel reagieren möchte. Auf ausgedehnten Grünflächen können Jung und Alt gemeinsam Schach und Boule spielen sowie auf einer der zahlreichen Ruhebänke miteinander ins Plaudern kommen. Auch ein großer Spielplatz für die Kleinen wurde dort angelegt.

Das Niederfischbach ein Ort ist, welcher traditionell Generationen verbindet, zeigt sich auch darin, dass neben zwei Kindergärten und einer Grundschule auch ein großes Seniorenheim (inklusive Betreutem Wohnen) seinen Sitz im Asdorftal hat.

Für die Jugend, die es gerne etwas wilder mag, hat die Gemeinde am Ortsende gegenüber dem Bauhof eine Skateranlage gebaut. Neben der Skaterbahn gibt es noch eine Fläche, die im Winter mit Wasser geflutet und so zur Schlittschuh – bahn umfunktioniert werden kann.

Auch gemeinsames Feiern wird in Föschbe groß geschrieben. Ein Event, das in der Region seines Glei – chen sucht und längst nicht mehr weg – zudenken ist, die „Föschber Kirmes“. Sie findet traditionell immer am dritten Wochenende im August statt, mit ihren zahlreichen Fahrgeschäften und Attrak – tionen ist sie die größte Straßenkirmes im Kreis Altenkirchen. Ebenso beliebt bei den Niederfischbachern und Gästen ist das „Brunnenfest“ (1. Mai im Bürgerpark). Ebenso das Kinderfest im Tierpark (im September eines jeden Jahres), bei dem Schneeeulen, Enten, Störche, Luchse und Co die Augen der lieben Kleinen zum Leuchten bringen. Die Augen der Föschber Jecken zum Leuchten bringt in jedem Jahr der große Straßenkarnevalsumzug. Dieser findet immer am sogenannten „Veilchendienstag“ statt und bildet den Höhepunkt des närrischen Treibens im Ort. Doch nicht nur zu besonderen Ereignissen ist Niederfischbach eine Stippvisite wert. Neben den Handwerkern, Dienstleistern, Gastronomen und Unternehmern finden Sie in Niederfischbach viele Fachgeschäfte mit einem breiten Sortiment, einem guten Service – und einem Inhaber, der selbst mit im Laden steht. Diese Geschäfte machen Niederfischbach einzigartig und locken damit immer wieder neue Kunden an. Im Kanon der Ortsgemeinden steht die Asdorftalgemeinde recht gut da. Kaum eine Gemeinde vergleichbarer Größe im Kreis hat eine solche Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten, Handwerkern und Dienstleistern zu bieten.