Erfolgreiche Wiederauswilderung eines verletzten Mäusebussards

Von am 2. April 2018

Dank der Hilfe von Jan Puttkammer, Werner Ebach (Sachbearbeiter Natur- und Artenschutz beim Kreis Altenkirchen), Peter Merzhäuser (Pressesprecher Tierpark Niederfischbach), der Veterinärmedizinerin Dr. Freya Drießen von der Betzdorfer Tierklinik Köhler und Birgit Hausherr (vom Netzwerk heimischer Falkner) konnte der Mäusebussard genesen und erfolgreich wieder ausgewildert werden. Foto: Regina Müller

Tierschutz

Vogel war in Niederdreisbach gefunden worden – Ein Team von Rettern

Alsdorf. Ein vor drei Monaten verletzt aufgefundener Mäusebussard wurde am Samstag im Imhäusertal bei Alsdorf wieder ausgewildert. Jan Puttkammer hatte den leidenden Greifvogel in Niederdreisbach am Straßenrand der Hauptstraße Richtung Daaden gefunden. Wie es sich gehört, verständigte er einen heimischen Falkner: Als Mike Thieke eintraf, war der verängstigte Bussard in einen nahe liegenden Bach gestürzt und musste schnellstens geborgen werden.

Der Vogel wurde zunächst in der Betzdorfer Tierklinik Köhler unentgeltlich von Dr. Freya Drießen behandelt und wurde später in einer Voliere im Tierpark Niederfischbach versorgt. Bei der Untersuchung wurde ein Weichteiltrauma erkannt. Doch der Bussard hatte Glück im Unglück, dass seine Flügel nicht gebrochen waren. „Es ist schier unmöglich, einen Greifvogel mit gebrochenem Flügel wieder zum selbstständigen Fliegen und eigenständigen Jagen abzurichten, da gerade die Flügel eines Greifs intakt sein müssen“, erklärt Werner Ebach, Sachbearbeiter Natur- und Artenschutz bei der Kreisverwaltung in Altenkirchen.

Zur Auswilderung versammelten sich alle, die an der Rettung des Mäusebussards beteiligt waren: Jan Puttkammer, Werner Ebach, Peter Merzhäuser vom Tierpark Niederfischbach, Dr. Freya Drießen und Birgit Hausherr. Die Falknerin Birgit Hausherr steht stellvertretend für ein Netzwerk heimischer Falkner, die uneigennützig verletzte Greifvögel in Pflege nehmen, sie aufpäppeln und nach ihrer Genesung wieder auswildern. Eine Freude ist es dann, wenn die Greifvögel zum Dank noch eine Flugschleife über den Falknern am Himmel in der freien Natur drehen.

„Vor allem nach einem strengen Winter werden Greifvögel waghalsiger, um an Nahrung zu kommen“, weiß Hausherr, „so kommt es vermehrt zu Kollisionen mit Fahrzeugen, Stacheldrähten und Ähnlichem.“ – „Darüber hinaus“, berichtet Werner Ebach, „haftet dem Mäusebussard über Jahrhunderte ein zweifelhaftes Image an. Zu Unrecht wurde ihm nachgesagt, er würde die Hühner von Landwirten verspeisen. Dem ist jedoch nicht so, weil der Mäusebussard infolge seiner relativ klein ausgeprägten Greife überhaupt nicht in der Lage ist, ein Huhn zu schlagen geschweige denn abzutransportieren. Das schafft eher der viel wendigere und schnellere Habicht.“

Aufgrund seiner Verfolgung wurde der Mäusebussard neben vielen anderen Greifvögeln, Falken und Eulen unter strengen Artenschutz gestellt. Privatpersonen sollten beim Fund verletzter Wildtiere immer eine sachkundige Person hinzuziehen oder die Polizei verständigen, um weder sich selbst noch das Tier in Gefahr zu bringen.

 

 

 

 

 

Autorin/Quelle:
Regina Müller -RZ Kreis Altenkirchen vom Dienstag, 27. März 2018, Seite 22

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