Tim Kraft sagt „Nein“ zur Bürgermeister-Kandidatur

Von am 17. März 2021

Bauamtsleiter will sich und seiner Familie treu bleiben / Nur bei einem parteiübergreifenden Votum wäre Bewerbung denkbar gewesen

Tim Kraft (l.) steht nicht für eine Kandidatur bereit, um in der Verbandsgemeinde Kirchen die Nachfolge des verstorbenen Bürgermeisters Maik Köhler anzutreten. Foto: SZ-Archiv

Kirchen/Niederfischbach. Viel ist in den vergangenen Tagen und Wochen über eine mögliche Kandidatur von Tim Kraft für das Bürgermeisteramt in der Verbandsgemeinde Kirchen spekuliert worden. Als Bauamtsleiter und Wirtschaftsförderer gehört er automatisch zum engeren Kreis potenzieller Nachfolger von Maik Köhler. Doch nun hat Kraft allen Spekulationen ein Ende gesetzt: Der Niederfischbacher steht für das Amt nicht zur Verfügung und will sich weiter voll und ganz seinen bisherigen Aufgaben widmen. Abgesagt hat dabei nicht unbedingt der Verwaltungsexperte Kraft, sondern eher der (Familien-)mensch Kraft, der Vater einer einjährigen Tochter und eines sechsjährigen Sohnes ist.

Daher wisse er um die Belange von Kitas und Schulen aus erster Hand, heißt es in einer Stellungnahme. In dieser geht er genauer auf seinen beruflichen Werdegang ein, der ihn zum Schluss nach zehn Jahren in der Kreisverwaltung Altenkirchen nach Kirchen geführt hat. „Trotz dieser langen Erfahrung im Verwaltungsbereich rede ich nicht nur über Wirtschaft, ich habe selbst in München und Dortmund in der freien Wirtschaft gearbeitet und dort gelebt. Ich bin aus München zurück in die Verbandsgemeinde Kirchen gezogen, da dies einfach meine Heimat ist und ich mit meiner Familie hier gerne lebe.“ Er sei seit nunmehr fast 15 Jahren vom Kreistag über Verbandsgemeinderat bis hin zu den Ortsgemeinderäten für die Politik tätig und lasse dabei seine Erfahrungen einfließen.

Vor diesem Hintergrund traue er sich das Amt des Verbandsgemeindebürgermeisters durchaus zu, schreibt Kraft: „Ja, das tue ich, zumal die Verbandsgemeinde primär die Verwaltung der Ortsgemeinden darstellt. Aber hierzu müsste der nicht alltägliche Fall eintreten, dass mir die Politik parteiübergreifend den Rücken stärkt.“

Es gehe also nicht darum, ob er sich diese Aufgabe zutraue, sondern um die Frage, ob er sich selbst treu bleibe und ob die Rahmenbedingungen passten. In den 15 Jahren sei er nie in einer Partei tätig gewesen und habe immer die hauptamtliche und ehrenamtliche Politik neutral, loyal und sachlich beraten, um Lösungen für Probleme aufzuzeigen. Nie habe er dabei durch eine ideologische Brille schauen müssen, sodass er für alle Parteien und Ideen habe offen sei können. Hierbei habe er sich parteiübergreifend eine Glaubwürdigkeit aufbauen können.

Ich bin ehrlich, lösungsorientiert, keine Marionette, und meine Familie und Freunde werden immer an
erster Stelle stehen“.

Tim Kraft
Bauamtsleiter Kirchen

Kraft: „Nur weil ein interessantes, im Vergleich zur übrigen Verwaltung durchaus recht hoch dotiertes Amt winken könnte, werde ich meine Prinzipien nicht über Bord werfen. Das mag in der Politik schon mal vorkommen, kommt aber für mich nicht infrage.“ Und jedermann müsste sich im Klaren darüber sein, dass er sich auch als Bürgermeister selbst treu bleiben werde. „Ich bin ehrlich, lösungsorientiert, keine Marionette, und meine Familie und Freunde werden immer an erster Stelle stehen. Und Bürgermeister hin oder her, an der Föschber Kirmes würde ich deswegen nicht ausschließlich mit einem Mineralwasser am Bierstand stehen.“

Vor diesem Hintergrund und um „meine Glaubwürdigkeit nicht ad acta“ zu legen, stehe er für eine Kandidatur nicht zu Verfügung. Demnach werde er sich weiter mit voller Energie als Bauamtsleiter und Wirtschaftsförderer für die Region einsetzen und den neuen Bürgermeister, wie zuvor auch Maik Köhler, mit aller – Achtung,Wortspiel – Kraft unterstützen.

Er danke dennoch allen Bürgern, Unternehmen, Politikern und Vereinen, die in den vergangenen Wochen seinen Namen mit dem Amt in Verbindung gebracht hätten. „Es freut mich, dass meine bzw. die Arbeit des Teams des Bauamts der Verbandsgemeinde Kirchen wertgeschätzt wird.“

QUELLE: SIEGENER ZEITUNG vom 17.03.2021

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