
Tierpark Niederfischbach investiert in Bildung, Barrierefreiheit und die Zukunft des beliebten Ausflugsziels
Niederfischbach/Kreis Altenkirchen. Schöner, größer, moderner – und vor allem artgerechter: Der Tierpark Niederfischbach befindet sich seit knapp zwei Jahren in einem stetigen Wandel. Gefühlt wird an jeder Ecke gesägt, geschraubt, gebaut oder gepflastert. Seit das neue Team um Vorsitzenden Tom Keßler im Dezember 2024 angetreten ist, den fast 70 Jahre alten Tierpark konzeptionell und optisch neu aufzustellen, hat sich bereits viel bewegt. Mit dem geplanten Bau einer modernen Zooschule steht nun eines der bislang größten Projekte bevor.
Über den aktuellen Planungsstand informierte sich jetzt Landrat Dr. Enders bei einem Besuch im Tierpark. Gemeinsam mit Tom Keßler, Parkleiter Gerd Braas und Ortsbürgermeister Dominik Schuh sprach er über die weiteren Pläne und die Bedeutung des Projekts für den Tierpark und die Region.
Zooschule soll außerschulisches Lernen ermöglichen
Geplant ist ein barrierefreier Seminar- und Multifunktionsraum, ergänzt um einen kleinen Verwaltungstrakt. Die neue Zooschule soll künftig Raum für außerschulisches Lernen, Workshops und Bildungsangebote bieten. Unterstützung erhält der Tierpark dabei vom Department Biologie der Universität Siegen. Lehramtsstudierende sollen künftig die Möglichkeit bekommen, hier praktische Unterrichtseinheiten durchzuführen und dabei wertvolle Erfahrungen in der außerschulischen Bildungsarbeit zu sammeln.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des neuen Besucherzentrums ist eine moderne und barrierefreie Toilettenanlage. Dazu gehört selbstverständlich auch eine Behindertentoilette mit entsprechend ausgestattetem Wickel- und Versorgungsbereich. Dieser soll ausdrücklich nicht nur für Babys und Kleinkinder ausgelegt sein. Der Tierpark ist ein beliebtes Ausflugsziel für Familien auch mit älteren Kindern mit Behinderungen. Auch junge Erwachsene benötigen bei einem längeren Besuch teilweise noch Unterstützung und entsprechende Versorgung. Mit der neuen Anlage soll deshalb ein Angebot geschaffen werden, das den tatsächlichen Bedürfnissen der Besucher gerecht wird und Inklusion ganz selbstverständlich mitdenkt.
Auch bei Infrastruktur und Digitalisierung besteht Handlungsbedarf
Neben dem Bildungsangebot will und muss der Tierpark auch in seine technische und infrastrukturelle Ausstattung investieren. Parkleiter Gerd Braas berichtete beim Besuch des Landrats unter anderem von den derzeit hohen Energiekosten. Allein für Strom fallen monatlich rund 1.200 Euro an. Eine geplante Photovoltaikanlage soll hier künftig für Entlastung sorgen.
Große Unterstützung aus der gesamten Region
Deutlich wurde beim Besuch auch, wie stark der Tierpark auf die Unterstützung von Ehrenamtlichen, Unternehmen und Freunden aus der Region zählen kann. Die Verbundenheit reicht längst über Niederfischbach und den Kreis Altenkirchen hinaus. Ob AK-Land, Siegerland, Sauerland oder Oberbergisches Land – überall hat der Tierpark seine Unterstützer.
Wie groß das Interesse ist, zeigte sich zuletzt beim Kinderfest. „Beim letzten Kinderfest sind wir fast überrannt worden“, berichtete Gerd Braas. Auch in der Niederfischbacher Bevölkerung wird die Entwicklung des Tierparks aufmerksam und positiv wahrgenommen. Ortsbürgermeister Dominik Schuh beschreibt die Resonanz als ausgesprochen groß: „Es gibt ein großes Echo in der Bevölkerung, denn alle sehen, dass sich hier etwas tut und zum Positiven verändert.“
Ein Tierpark mit Zukunft
Für Landrat Dr. Enders steht fest, dass sich die Investitionen lohnen: „Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten, an den Vorstand, die Tierpfleger und die Ehrenamtlichen für den tagtäglichen Einsatz. Der Tierpark ist und bleibt ein Aushängeschild für den Kreis Altenkirchen.“
Mit der neuen Zooschule, dem modernen Besucherzentrum, der verbesserten Infrastruktur und den geplanten Angeboten für Bildung und Inklusion soll der Tierpark künftig noch stärker zu einem attraktiven Ausflugs-, Lern- und Begegnungsort für die gesamte Region werden. Besonders Kinder und Jugendliche sollen von den Investitionen profitieren – und gleichzeitig entsteht ein Ort, an dem sich Besucher aller Generationen und mit unterschiedlichen Bedürfnissen willkommen fühlen.
Niederfischbach springlebendig