Aktuell

Im Tierpark gibt’s nun eine Eulerei à la Harry Potter

Von am 4. Dezember 2012

Fünf Kleineulenarten finden in Niederfischbach eine Heimat

Im Tierpark Niederfischbach sind vor allem heimische Wildtierarten zu erleben. Manchmal hört Christiane Kessler von Leuten aus der Region: „Welche Wildtiere gibt’s denn hier schon?“ Die Vorsitzende des Tierparkvereins verweist dann auf Luchs, Storch, Waschbär, Kolkrabe, Marder, Iltis oder die drei handzahmen Wildschweine – spätestens nach einem Parkbesuch sind die Zweifler positiv überrascht. Seit Neustem kann Kessler auf einen putzigen Neuzugang hinweisen.

Im Kesselbachtal sind jetzt sechs Pärchen unterschiedlicher und meist sehr seltener Kleineulenarten zu Hause, von denen fünf den oberen Teil des bisherigen Vogelhauses in der Parkmitte bewohnen: Schleiereule und Zwergohreule sowie Rauhfuß-, Stein-, Wald- und Sperlingskauz. Und inspiriert durch die Romane um den Zauberlehrling Harry Potter, hat man die frisch eingerichtete Tierabteilung Eulerei getauft.

„In den Harry-Potter-Romanen sind Eulen die Briefträger der Zauberer“, schmunzelt Geschäftsführer Peter Merzhäuser, „und weil die Vögel im Buch einen Ort namens ,Eulerei‘ bewohnen, habe wir uns spontan entschlossen, das bei uns auch so zu machen.“

In fünf Volieren, die das Tierparkteam mit Sitzästen, Nistkästen und Naturboden „Lebensraum nachahmend“ ausgestattet hat, sind fünf der Eulenpärchen zu sehen, mit ihren faszinierend großen Augen und den eleganten Flugbewegungen. Merzhäuser ist sicher: „Ihre große Faszination überträgt sich auf den Menschen, besonders auf Kinder, zumal die nachtaktiven Vögel in freier Natur ja so gut wie gar nicht zu sehen kriegt.“ Angeschafft wurden die neuen Eulen aus anderen Zoos. „Die Tierabgabelisten der Zoos schauen wir wöchentlich durch“, erklärt Birgit Hausherr, die Zweite Tierparkvorsitzende, „und bei den Eulen haben wir die Paare gezielt zusammengestellt. Schön wäre es natürlich, wenn sich da eines Tages Nachwuchs einstellen würde.“

Die Schleiereulen sollen übrigens nicht in der Eulerei bleiben, denn ihre Voliere ist für den Sperlingskauz reserviert, der momentan noch in einem anderen Gehege sitzt. Er ist mit etwa zwölf Zentimeter Körpergröße die kleinste einheimische Eulenart.

Für die Schleiereulen sowie ein Paar Turmfalken soll im Park eine halbe Scheune im Stil früherer Zeiten errichtet werden – wie in der Mitte durchgeschnitten, sodass der Besucher die Vögel durchs Gitter dort beobachten kann, wo sie als Kulturfolger früher beheimatet waren. Und der Clou: Niederfischbachs Ortsbürgermeister Matthias Otterbach besitzt eine größere Sammlung alter landwirtschaftlicher Geräte, von der Sense bis zum Leiterwagen. „Er hat uns diese Dinge für die Scheune zugesagt“, freut sich Christiane Kessler.

Das ergibt Sinn: Im Park sind auch alte Haustierrassen zu Hause, sodass der Bezug zur ländlichen Tradition gegeben ist. Ob die Scheune schon im Frühjahr gebaut wird, das hängt von den Kosten ab. Da wartet man im Park noch auf den Kostenvoranschlag.

>>>> Der Tierpark ist auch im Winter täglich geöffnet. Nähere Infos: www.tierpark-niederfischbach.de<<<<

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.