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Männer fahren zu den Sternen

Von am 25. März 2017

Eine ganz besondere Fahrt unternahmen nun 50 Teilnehmer aus dem Kreis Altenkirchen. Der Männerbeauftragte des Evangelischen Kirchenkreises Altenkirchen, Thorsten Bienemann aus Daaden, hatte konfessionsübergreifend alle intgeressierten Männer zum Besuch des Hochsicherheitsbereichs im Forschungszentrum der Bundesrepublik Deutschland für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln eingeladen. Nach rund 1jähriger Vorbereitung war es in Zusammenarbeit mit dem DLR gelungen, eine Besichtigung in Reisebusstärke zu organisieren. Die Tagesfahrt war derart gefragt, dass Sie bereits innerhalb eines Vormittages komplett ausgebucht war. Allein auf der Warteliste befanden sich so viele Interessenten, dass sich ein weiterer Bus problemlos hätte füllen lassen. Begleitet von Pfarrer Sorgatz/Daaden und Pfarrer Dierig/Kirchen erhielt die Gruppe Einblick in den Standort Köln und einige Großanlagen des DLR. Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit sind die Forschungsfelder, die im DLR Köln in neun Forschungseinrichtungen bearbeitet werden. Das Rückgrat der Forschung und Entwicklung bilden Großversuchsanlagen, beispielsweise Windkanäle, Triebwerks- und Materialprüfstände und ein Hochflussdichte-Sonnenofen. Der Standort Köln ist zudem Sitz des DLR-Vorstandes und der Zentralverwaltung.

Im Forschungsgebäude der Luft- und Raumfahrttechnik informierten sich die Besucher beispielsweise über Therapie- und Trainingsmethoden, die für Astronauten entwickelt wurden und auch bei Patienten auf der Erde angewandt werden können. Das DLR-Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin befasst sich schwerpunktmäßig mit lebenswissenschaftlichen Fragestellungen im Hinblick auf Verkehr, Luftfahrt, Raumfahrt und Sicherheitsforschung. Es betreibt kontinuierliche Forschungen für praxisrelevante Lösungen verschiedener Fragestellungen für das Leben auf der Erde, sowie in der Luft- und Raumfahrt. Die Wirkung extremer Umweltbedingungen wie Atmosphärenzusammensetzung, Ernährung, Gravitation, Lärm, Licht und Strahlung auf die menschliche Gesundheit und Leistungsfähigkeit werden hier erforscht. Ziel des Instituts ist es, langfristig zu einer erhöhten Effektivität und Effizienz des Menschen im Zusammenspiel mit Maschinen und der Umwelt beizutragen. Nicht schlecht staunten vor allem die Teilnehmer aus der Kirchengemeinde Daaden, als Sie entdeckten, dass ein Daadener den Grundstein für diese Forschung gelegt hat. Am 09. Januar 1979 legte der damalige Bundespräsident Walter Scheel, der bekanntlich Daadener Wurzeln hat, den Grundstein für den Bau des Institut für Flugmedizin.

In der Forschungsanlage :envihab führt das Institut lebenswissenschaftliche Forschung interdisziplinär und mit internationalen Partnern durch. Am Sonnenofen des Instituts für Solarforschung wurden unter anderem Konzepte für solar erzeugte Treibstoffe und effiziente Speichertechnologien für Solarthermie vorgestellt.

Auf dem 1959 eröffneten, 55 Hektar großen Gelände ist neben den Forschungs- und Zentraleinrichtungen des DLR auch das Astronautenzentrum EAC der Europäischen Weltraumbehörde ESA angesiedelt. In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich der modernste Windkanal Europas, der Europäische Transschall Windkanal (ETW). Das DLR beschäftigt in Köln-Porz rund 1400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Mission die Erforschung von Erde und Sonnensystem und die Forschung für den Erhalt der Umwelt umfasst. Dazu zählt die Entwicklung umweltverträglicher Technologien für die Energieversorgung und die Mobilität, sowie für Kommunikation und Sicherheit. Das Forschungsportfolio des DLR reicht von der Grundlagenforschung bis zur Entwicklung von Produkten für morgen. So trägt das im DLR gewonnene wissenschaftliche und technische Know-how zur Stärkung des Industrie- und Technologiestandorts Deutschland bei. Darüber hinaus unterhält das DLR Büros in Brüssel, Paris, Tokio und Washington D.C. Im Geschäftsjahr 2015 betrug der Etat des DLR für Forschung und Betrieb 888 Millionen Euro. Das außerdem vom DLR verwaltete Raumfahrtbudget hatte ein Volumen von 1.357 Millionen Euro.

Im Anschluss standen den Teilnehmern bei einem Besuch der Kölner Innenstadt noch 2,5h zur freien Verfügung, bevor man am Nachmittag die Heimreise antrat. Alle waren sich sicher, dass dies ein ganz besonderer und gelungener Ausflug war.

 

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