Neuseeländischer Botschafter zu Besuch in Niederfischbach

Von am 30. Oktober 2016
Der neuseeländische Botschafter zu Besuch bei der Niederfischbacher Firma Sülzle Klein (von links): Generalkonsulin Jan Bailey, MdB Volkmar Klein, Manfred Müller (Vertrieb) und S. E. Herr Peter Rodney Harris. Foto: Markus Döring

Der neuseeländische Botschafter zu Besuch bei der Niederfischbacher Firma Sülzle Klein (von links): Generalkonsulin Jan Bailey, MdB Volkmar Klein, Manfred Müller (Vertrieb) und S. E. Herr Peter Rodney Harris. Foto: Markus Döring

Wirtschaft

Politiker betont die gute Partnerschaft mit der Firma Sülze-Klein

Niederfischbach. Der neuseeländische Botschafter Rodney Harris kam am Donnerstagabend zu einer Stippvisite zu der Niederfischbacher Sülze-Klein GmbH. Der Anlagenbauer für Klärschlammbehandlungsanlagen – Teil der bundesweiten Sülzle-Gruppe, mit 50 Mitarbeitern vor Ort – hatte im Jahr 2010 eine zweistraßige Klärschlamm-Trocknungsanlage in den Inselstaat auf der anderen Seite des Globus‘ geliefert und pflegt seither gute Kontakte dorthin. Der Botschafter war eigentlich zu Gast im Nachbarland Nordrhein-Westfalen, und zwar beim Bundestagsabgeordneten des Kreises Siegen-Wittgenstein, Volkmar Klein (CDU) – doch einen Abstecher zu Sülzle-Klein wollte sich der Neuseeländer zum Abschluss des Tages nicht nehmen lassen.

Dies hat gute Gründe, denn die Firma aus dem Asdorftal und der Staat auf der Südhalbkugel verbindet mehr als eine geschäftliche Beziehung: Im Jahr 2009 suchte die 380 000-Einwohner-Stadt Christchurch in Neuseeland nach einer Möglichkeit, ihren anfallenden Klärschlamm sinnvoll zu verwerten. Die Verantwortlichen entschieden sich für eine thermische Trocknung und schrieben diese international aus. Beauftragt wurde am Ende das Team aus Niederfischbach. Sülzle-Klein als Teil der deutschlandweiten Sülzle-Gruppe entwickelte eine Anlage im Wert von 14,6 Millionen Neuseeländischen Dollar – rund 8,5 Millionen Euro – baute sie, verschiffte sie und nahm sie schließlich in Christchurch in Betrieb.

Und: Während die Experten von Sülzle im Februar 2011 in Neuseeland an der Anlage arbeiteten, erlebten sie zusammen mit den Einheimischen ein schweres Erdbeben – dies überstanden zu haben, verbindet. Die Anlage aus dem AK-Land widerstand aber nicht nur dem Erdbeben, sondern gewann 2014 auch den hochkarätigen Wirtschaftspreis „NZ Engineering Excellence Award“ in der Kategorie „Ressourcen schonendes Design“.

Die Delegation um Botschafter Harris und Volkmar Klein wurde von Sülzle-Gesamtvertriebsleiter Arpad Talasi und von Manfred Müller empfangen, dem Vertriebsmitarbeiter und ehemaligen Projektmanager der Klärschlammtrocknungsanlage in Christchurch. „Unsere Anlage dort“, erklärte Müller, „ist eines unserer Schmuckstücke. Sie ist nicht nur vom Design her schön anzusehen und sogar erdbebensicher, sondern kann von uns auch online gewartet werden.“ Der Botschafter seinerseits und Generalkonsulin Jan Bailey zeigten sich von dem Niederfischbacher Vorzeigeunternehmen sichtlich beeindruckt. Beachtlich fand er es vor allem, dass die Firma damals bei der internationalen Ausschreibung den Zuschlag bekommen hatte. Bei einer Führung durch die Firmenräume wurden auch Erinnerungen an das Erdbeben wachgerufen: „Unsere Mitarbeiter wurden morgens in aller Frühe aus dem Schlaf gerissen“, berichtete Müller. „Später erzählten sie, dass die Schaltschränke der Anlage in Christchurch bei dem Beben ‚getanzt‘ hätten… Riesenrisse und Krater entstanden auf den Straßen, und einer unserer Mitarbeiter hat geholfen, Menschen aus einem zusammengebrochenen Supermarkt zu befreien. Aber unsere Anlage hielt stand.“ Und: „Der Kontakt zu unseren neuseeländischen Kunden ist nie abgerissen und noch heute sehr freundschaftlich. Umso mehr haben wir uns über den Besuch des neuseeländischen Botschafters gefreut.“

Die Sülzle-Gruppe ist ein internationales Unternehmen, das in vierter Generation familiengeführt ist. Die Gruppe umfasst vier Unternehmensbereiche; Sülzle Klein ist Marktführer in der Entwicklung und Realisierung von Eindickungs-, Entwässerungs- und Trocknungsanlagen für die Behandlung von Klärschlamm. Insgesamt beschäftigt die Gruppe mehr als 500 Mitarbeiter an 15 Standorten in Deutschland.

Peter Seel – RZ Kreis Altenkirchen vom Samstag, 29. Oktober 2016, Seite 20