Fettexplosion im Niederfischbacher Tennisheim

Von am 20. September 2015
Viele Gäste konnte Christian Baldus, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kirchen, bei der Jahresabschlussübung der Niederfischbacher Feuerwehr begrüßen.

Viele Gäste konnte Christian Baldus, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Feuerwehr Kirchen, bei der Jahresabschlussübung der Niederfischbacher Feuerwehr begrüßen.

Jahresabschlussübung 2015 der Niederfischbacher Feuerwehr

Zum Glück war der Brand im Tennisheim, verursacht durch eine Fettexplosion, nur Übungslage für die Einsatzkräfte der Niederfischbacher Feuerwehr und des DRK Ortsverein Niederfischbach. Viele Zuschauer hatten sich am Tennisheim in der Kräm versammelt. Darunter Bürgermeister Jens Stötzel, Ortsbürgermeister Matthias Otterbach, die drei Beigeordneten, Vertreter des Ortsgemeinderats und befreundete Nachbarwehren. Kreisfeuerwehrinspekteur Dietmar Urrigshardt war ebenfalls vor Ort. Auch viele Bürger aus Niederfischbach zeigten sich interessiert an der Arbeit ihrer Feuerwehr und somit hatte Christian Baldus, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kirchen, bei der Begrüßung der Gäste bereits viel zu tun.

Baldus erläuterte die Übungslage zum Jahresabschluss 2015: Bei einer im Tennisheim durchgeführten Veranstaltung kommt es aus ungeklärter Ursache zu einem Fettbrand. Anwesende Personen versuchen den Brand mit Wasser statt mit einer Feuerlöschdecke zu löschen. Es kommt zu einer Fettexplosion. In kürzester Zeit steht die gesamte Küche in Vollbrand. Das Gebäude ist binnen Minuten stark verqualmt. Der Fahrer eines Traktors entdeckt die Rauchentwicklung und will den Personen im Gebäude zur Hilfe eilen. Er vergisst das Fahrzeug richtig zu sichern und eine weitere Person wird durch den zurückrollenden Traktor eingeklemmt und schwer verletzt.

Vor dem Start der Übung zeigten Oberbrandmeister Michael Hensel und Brandmeister Gerd Schönborn anschaulich was passiert, wenn man einen Fettbrand mit Wasser löscht. Die Zuschauer waren beeindruckt von der großen Stichflamme, als Hensel einen kleinen Becher Wasser in das brennende Fett schüttete. Hier kann man sich vorstellen, wie schnell dann eine Dunstabzugshaube, das Holz der Küche und Gardinen in Flammen stehen.

Oberbrandmeister Michael Hensel und Brandmeister Gerd Schönborn, zeigten anschaulich was passiert, wenn man einen Fettbrand mit Wasser löscht.

Die Niederfischbacher Wehr rückte sodann mit 5 Fahrzeugen und 30 Einsatzkräfte an. Das DRK war mit 2 Fahrzeugen und 10 Einsatzkräften vor Ort. Unter Atemschutz wurden die Verletzen aus dem Gebäude gerettet und anschließend durch das DRK versorgt. Durch Tanklöschfahrzeuge wurde die Wasserversorgung zur Brandbekämpfung sichergestellt. Bewusst wurde bei dieser Jahresabschlussübung auf die Wasserentnahme aus einem Hydranten verzichtet, da dieser sich auf der anderen Seite der Umgehungsstraße befindet. Bei einem „echten“ Einsatz würden dann weitere Einsatzkräfte alarmiert und die Umgehungsstraße für den Verkehr gesperrt. Die Verletzten wurden durch Atemschutzträger aus dem Tennisheim geborgen und durch die DRK Sanitäter versorgt. Auch die verletzte Person unter dem Traktor wurde fachgerecht gerettet und ebenfalls an die Sanitäter übergeben. Die Zusammenarbeit von DRK und Feuerwehr war vorbildlich und die Teams arbeiteten Hand in Hand. Hier zeigten sich die sehr gute kameradschaftliche Verbundenheit und viele gemeinsame Übungen der beiden Rettungsorganisationen.

DRK und Feuerwehr arbeiteten Hand in Hand.

DRK und Feuerwehr arbeiteten Hand in Hand.

Nach der Übung zeigten die Kameraden der Wehr noch, welche Maßnahmen ergriffen werden, wenn ein Atemschutzträger, durch die hohe körperliche Belastung, selbst Hilfe benötigt. Ein Rettungstrupp versorgte den Kameraden mit einer neuen Sauerstoff-Flasche, leistete Erste Hilfe, lagerte diesen auf ein Bergetuch und transportierte ihn aus dem verqualmten Gebäude.

Versorgung eines kolabierten Feuerwehrmanns durch einen Bergungs- und Rettungstrupp.

Versorgung eines kollabierten Feuerwehrmanns durch einen Bergungs- und Rettungstrupp. Hier waren die vielen Schaulustigen erwünscht.

Bei der anschließenden Manöverkritik war die Wehrleitung sehr zufrieden mit dem Ablauf der Übung. Die Zuschauer bedankten sich mit Applaus für die gezeigte Leistung der Niederfischbacher Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK.

Hier noch ein wichtiger Hinweis zum Löschen eines Fettbrandes

Was tun bei einem Fettbrand?

Es kann in jeder Küche passieren. Man hat die Pfanne angestellt und das Telefon klingelt oder an der Haustür schellt jemand. Schnell hat das Fett eine Temperatur erreicht, wo es sich selbst entzünden kann. Der erste Gedanke ist meistens: Feuer mit Wasser löschen. Das kann aber bei einem Fettbrand in einer Katastrophe enden! Denn kommt brennendes Fett mit Wasser in Berührung, so entsteht die sogenannte Fettexplosion. Also, auf keinen Fall versuchen mit Wasser zu löschen!

Info Fettexplosion:

Das brennende Fett oder Öl hat bereits bei der Entzündung eine Temperatur von mehreren hundert Grad Celsius. Kommt nun Wasser oder eine stark wasserhaltige Flüssigkeit hinzu, verdampft das Wasser schlagartig. So entsteht aus einem Liter Wasser ca. 1700 Liter Wasserdampf. Bevor das Wasser aber verdampft, verbindet sich das Wasser mit dem Öl bzw. Fett, so dass beim Verdampfen des Wassers das brennende Öl/Fett in Form einer Stichflamme mit aus dem Behälter gerissen wird. Die Folgen für den Löschenden können schwerste Brandverletzungen sein. Die Umgebung kann schweren Schaden nehmen, es kann durch eine Fettexplosion sogar die gesamte Küche in Brand setzen.

Wie lösche ich einen Fettbrand richtig?

Die einfachste und sicherste Methode ist, dem Feuer die Sauerstoffzufuhr zu entziehen. Das kann ganz einfach mittels Deckel geschehen, der einfach auf das Gefäß gelegt wird. Niemals versuchen, das brennende Gefäß bzw. Gerät ins Freie zu bringen. Spezielle Feuerlöscher, die für Fettbrände geeignet sind, sind Feuerlöscher für die Brandklasse F. Bei jedem Löschversuch ist darauf zu achten, dass die Energiezufuhr getrennt wird. Also den Stecker der Friteuse ziehen bzw. den Herd abschalten. Bevor Sie aber selber einen Löschversuch unternehmen, informieren Sie die Feuerwehr unter der Rufnummer 112.

Wie kann ich einen Fettbrand verhindern?

Lassen Sie nie eine Friteuse oder einen Topf mit Öl/Fett unbeaufsichtigt! Verwenden Sie nur gut getrocknetes Frittiergut.

Text/Fotos: Gerd Braas

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