Tüschebachsmühle: Es war Brandstiftung

Von am 25. Februar 2015

Tueschebach

Staatsanwaltschaft Koblenz bestätigt, dass Ermittlungen gegen einen 56-Jährigen aus dem AK-Land laufen

Jetzt steht es also fest: Die Ursache für den Großbrand des Ausflugslokals „Haus Tüschebach“ am 25. April des vergangenen Jahres ist nach rund zehn Monaten geklärt – es war Brandstiftung. Dies bestätigte auf RZ-Anfrage die Staatsanwaltschaft in Koblenz. Es werde „ein Ermittlungsverfahren gegen einen 56 Jahre alten Mann aus dem Landkreis Altenkirchen wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung“ geführt, heißt es in einer Presseerklärung aus Koblenz.

Der Beschuldigte wird verdächtigt, „in der Nacht zum 25. April 2014 das Wohnhaus nebst Gastronomiebetrieb im Niederfischbacher Ortsteil Tüschebachsmühle in Brand gesetzt zu haben“. Bei dem Feuer war der Inhaber leicht verletzt worden. Der entstandene Schaden liegt bei mehreren 100 000 Euro. Weiter heißt es in dem Schreiben, die Staatsanwaltschaft sei laut Strafprozessordnung verpflichtet zu ermitteln, „wenn ihr zureichende tatsächliche Hinweise auf verfolgbare Straftaten bekannt werden“. Diese Hinweise waren vergangene Woche in Form der Ermittlungsergebnisse der Kriminalpolizei Betzdorf nach Koblenz geschickt worden. Bei kriminaltechnischen Untersuchungen in den vergangenen Monaten waren Spuren von Brandbeschleuniger festgestellt worden. Sowohl das kriminaltechnische Labor in Wiesbaden als auch ein privates Labor hatten Proben von der Brandstelle genommen und analysiert. Zudem waren nach dem Feuer Brandmittelspürhunde eingesetzt worden. Auch etliche Zeugen hatten die Kripo-Beamten vernommen.

In Niederfischbach und Umgebung verstummen seit dem Unglück Gerüchte rund um den 56-jährigen Besitzer des Lokal nicht. Auf Anfrage der RZ sagte der Eigentümer gestern nur, sein Ziel sei es weiterhin, das auch über die Region hinaus beliebte Ausflugslokal wieder neu aufzubauen und den Betrieb wie früher weiterzuführen. Bisher habe er nur das Ende der Untersuchungen abwarten wollen.

Die Aufnahme von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft, heißt es aus Koblenz weiter, „bedeutet weder, dass Beschuldigte eines Ermittlungsverfahrens sich tatsächlich strafbar gemacht haben, noch dass für ihre spätere Verurteilung eine überwiegende Wahrscheinlichkeit besteht. Die Staatsanwaltschaft Koblenz wird nun die polizeilichen Ermittlungen auswerten. Zu welchem Ergebnis die Auswertung führen wird, ist offen“. Mit anderen Worten: Der 56-jährige Verdächtige ist so lange unschuldig, bis ein Gericht ihn verurteilt hat. Das betont auch Christoph Schneider, der stellvertretende Kripo-Chef in Betzdorf. Er bestätigte, dass die Kripo zusammen mit der Staatsanwaltschaft die Ermittlungen bezüglich des Verdächtigen weiterführe.

Was die Ruine selbst betrifft, bringt der Niederfischbacher Ortsbürgermeister Matthias Otterbach auf den Punkt, was viele Menschen der Region denken: „Mir ist es wichtig, dass diese offene Wunde in unserer Landschaft bald da weg kommt. Viele Leute haben mich in den letzten Monaten danach gefragt, wie es denn dort jetzt weitergeht. Es wäre wünschenswert, wenn wieder ein Gastronomiebetrieb entstehen würde – für den Tourismus, aber auch für unsere Vereine und Bürger. Schließlich gibt es in Niederfischbach für größere Veranstaltungen kaum noch einen Saal.“

Nach RZ-Informationen gibt es mindestens einen Investor, der an der Brandruine am Tüschebacher Weiher zumindest interessiert gewesen sein soll. Eine Gruppe von Geschäftsleuten aus der Region hatte bereits Ende vergangenen Jahres die Fühler ausgestreckt, um die Chancen für einen Kauf des Geländes sowie einen Neustart dort zu sondieren. Dies hat sich aber mittlerweile offenbar zerschlagen.

Quelle: RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Mittwoch, 25. Februar 2015

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