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Tüschebachs Weiher: Damm wird untersucht

Von am 11. Februar 2015
weiher

Der Tüschebachs Weiher ist so gut wie verschwunden. Bei einer Untersuchung wurden Probleme mit der Dammdichte festgestellt.

Wasserbehörden ordneten Absenkung des Wasserspiegels an, weil bei Routinekontrolle eine auffällige Pegelerhöhung festgestellt wurde

Viel Schlamm und statt einer glänzenden Wasserfläche nur eine braune Riesenpfütze – mancher, der in jüngster Zeit am Tüschebachs Weiher vorbeigekommen ist, dürfte sich über diesen Anblick gewundert haben. Der Grund dafür, dass fast das komplette Wasser abgelassen wurde: Bei einer Routineuntersuchung war bereits Mitte Dezember an einem der fünf Messpegel im Weiherdamm „ein auffällig erhöhter Wasserstand“ festgestellt worden – so heißt es in einer Presseerklärung der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, dem Sitz der oberen Wasserbehörde, auf RZ-Anfrage. Daraufhin habe die Kreisverwaltung in Altenkirchen als untere Wasserbehörde dem Betreiber und Besitzer des Weihers, dem Kreisfischereiverein Siegerland, „das sofortige Absenken des Wasserstandes um etwa 1,50 Meter angeordnet“.

Die fünf Pegelmesser im Damm zeigen an, wie viel Wasser hier ständig durchsickert; eine kleine Menge ist bei jedem Damm normal, wissen Fachleute. Wenn jedoch die Pegel eine auffällige Abweichung anzeigen, sollte nachgeschaut werden, was nicht stimmt: Im schlimmsten Fall könnte der Damm an solch einer Stelle reißen. Wenn es, wurde gestern in Altenkirchen bestätigt, um die Standsicherheit des Damms gehe, über den ja eine Straße führt, dürfe man kein Risiko eingehen. Warum indes der Weiher nun fast ganz abgelassen worden ist, konnten sich weder SGD noch Kreisverwaltung erklären.

Hier hilft Benaja Holdinghause, Gewässerwart beim Kreisfischereiverein Siegerland, weiter: „Beim Tüschebachs Weiher ist es nicht möglich, das Wasser gezielt auf eine bestimmte Höhe abzusenken – das ist da so ähnlich wie bei einer Badewanne, wo man den Stöpsel rauszieht.“ Auch Holdinghause erklärt, „die Stände in den Kontrollschächten“ im Damm seien „definitiv zu hoch“ und „besorgniserregend“ gewesen. Dafür macht er die starken Regenfälle im Dezember verantwortlich: „Doch auch bei hohen Niederschlägen dürften diese hohen Pegelwerte einfach nicht sein.“ Und obwohl sein Verein durch das Ablassen des Wassers einen schmerzlichen Wertverlust im unteren fünfstelligen Eurobereich hinnehmen müsse (viele Fische verendeten; allein ein Zander hat einen Marktwert von 100 Euro; Tageskarten für Angler können nicht mehr verkauft werden usw.), habe der Fischereiverein der Anordnung aus Altenkirchen sofort Folge geleistet: „Sicherheit geht vor.“

Dabei betont Holdinghause, dass die Zusammenarbeit mit allen Behörden tadellos und einvernehmlich gewesen sei: „Dieser Schritt ist sehr gut überlegt worden, es gab nur diese Lösung.“ Das bestätigt auch Stefan Strunk von der Verbandsgemeindeverwaltung in Kirchen. Der stellvertretende Bauamtsleiter kennt den Damm wie kaum ein zweiter – schon vor gut zehn Jahren hat er seine Überholung maßgeblich begleitet. „Damals ist der Damm auf der Wasserseite unter gutachterlicher Begleitung sehr gründlich saniert worden“, erzählt Strunk im RZ-Gespräch, „seitdem gab es nie Auffälligkeiten. Dieses Mal ist es das erste Mal“. Er gehe auch jetzt davon aus, obwohl der Pegel „enorm hoch“ gestanden habe, dass der Damm dicht ist, aber nun könne man gründlich nach der Ursache für das Problem suchen. „Wir waren uns da alle einig: Wehret den Anfängen.“

Der Fischereiverein will nun erst mal Mitte März die Restbestände an Fischen abfischen, sagt Holdinghause, vorher sei dies wegen der Frostgefahr kaum möglich. Er hoffe, dass die Reparatur des Damms schnell erledigt werde und dass man dann wieder Wasser einlassen und neues Leben hineinbringen könne: „Der Tüschebachs Weiher ist ein 1A-Gewässer, mit einer großen Artenvielfalt und einer hohen Fischgesundheit.“ Im Wasser leb(t)en hier sogar Teichmuscheln, Edelkrebse und Fische wie Bitterling, Gründling und Elritze, am Ufer Eisvogel und Haubentaucher – allesamt vom Aussterben bedroht. Dass die Gewässerqualität sehr gut ist, macht Holdinghause auch an einem weiteren Parameter fest: „Die Fische aus dem Weiher schmecken ganz hervorragend.“

Quelle: RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Mittwoch, 11. Februar 2015
Foto: Andreas Neuser

 

 

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