Kirchen visiert einen Bauhof für die VG an

Von am 22. Januar 2015

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Stadt- und Ortsbürgermeister bestätigen: Vorbild Kirchen-Brachbach könnte Schule machen

Eine alte Idee des früheren Kirchener Bürgermeisters Wolfgang Müller rückt in Kirchen dieser Tage offenbar immer mehr in den Bereich des Möglichen. Nach RZ-Informationen ist geplant, die Bauhöfe der Ortsgemeinden zu einem einzigen VG-weit agierenden Bauhof zusammenzulegen. Kirchens Stadtbürgermeister Andreas Hundhausen bestätigte im RZ-Gespräche: „Ja, es laufen da Gespräche.“ Dem Vernehmen nach klappt es mit dem seit 2012 bestehenden gemeinsamen Bauhof Kirchen-Brachbach so gut, dass dieses Vorbild nun Schule machen soll. Nach dreijähriger Probezeit gehört der Bauhof Brachbach nun seit 1. Januar fest zu Kirchen. Bei dieser Kooperation, ist zu hören, konnten Summen im sechsstelligen Bereich eingespart werden…

Diese Einsparungen resultieren aus den Synergieeffekten: Wenn alle Geräte und Fahrzeuge der Bauhöfe von Kirchen, Brachbach, Mudersbach, Friesenhagen und Niederfischbach „in einen Topf geworfen“ würden, wären Instandhaltung und Einsatz leichter zu kombinieren und zu koordinieren – Neuanschaffungen könnten gemeinsam aus einem Topf finanziert werden und würden die einzelnen Dörfer deutlich weniger belasten. Dabei sollen nach RZ-Informationen allerdings weder die einzelnen Standorte angetastet noch Personal eingespart werden.

Auch soll der VG-weite Bauhof nicht unter dem Dach der VG-Verwaltung angesiedelt werden, sondern die Idee geht in Richtung einer GmbH oder einer Anstalt öffentlichen Rechts (AöR), wie sie bei den VG-Werken bereits funktioniert. Theoretisch könnte der anvisierte VG-Bauhof hier auch angegliedert werden.

„Wir sind ganz am Anfang der Gespräche“, erläutert Hundhausen, „es sind sozusagen noch alle Fragen zu klären – von A bis Z. Aber die Erfahrungen des Bauhofs Kirchen-Brachbach ermutigen schon dazu, hier weiterzudenken.“ Und der Stadtchef gibt zu bedenken: „Aber vor der Frage, wie das Ganze gestaltet werden könnte, kommt die Frage, ob wir es überhaupt machen – dazu müssen die Ortsgemeinden sich erst noch positionieren.“ Zu den vielen Fragen, die zu klären sind, gehören etwa ein Abrechnungsmodus zwischen den Ortsgemeinden, eine Bestandsaufnahme der Fahrzeuge und Geräte sowie die der Eigentumsrechte.

Der Niederfischbacher Ortsbürgermeister Matthias Otterbach ist durchaus für das Projekt zu gewinnen. „Allerdings müssen die Aufgabenbereiche der einzelnen Standorte geklärt werden“, sagt er. „Die Frage ist: Was kann und soll wer machen?“ Otterbach weiter: „Dabei darf der Aspekt des Sparens nicht oberstes Ziel sein, sondern die Effizienz.“ Er berichtet davon, dass der Bauhof in „Föschbe“ einen Lkw und einen Unimog habe, die beide in die Jahre gekommen sind – neue anzuschaffen, wäre für Niederfischbach ein nicht unerheblicher Brocken: „Da würde es mehr Sinn machen, wenn neue Fahrzeuge von einem VG-Bauhof gekauft würden, die dann der Gemeinschaft zu Gute kämen und die von allen zusammen auch einfacher finanziert werden könnten.“ Aus derlei Überlegungen hat man in der Asdorftalgemeinde vor rund einem Jahr eine Organisationsuntersuchung des Bauhofs in Auftrag gegeben. Doch da kommt man zurzeit nicht weiter: „Die dafür notwendige Grundlagenermittlung“, sagt Otterbach, „muss noch von der VG-Verwaltung fertiggestellt und an unser Prüfungsinstitut gegeben werden. Wenn wir das Ergebnis dieser Untersuchung haben, können wir weiterüberlegen.“

Auch der Mudersbacher Orts-Chef Maik Köhler hat von der Idee des VG-Bauhofs gehört. „Aber mir fehlen da noch jegliche Informationen.“ Dennoch: „Ein interkommunaler Bauhof – darüber kann man reden.“

Für Brachbachs Ortschef Josef Preußer ist die Sache ganz klar: „Die Kooperation mit Kirchen ist vorbildlich gelaufen, auch der Winterdienst war immer sehr gut. Daher kann ich mir einen gemeinsamen VG-Bauhof sehr gut vorstellen.“ Andreas Buttgereit aus Harbach, Orts-Chef der kleinsten Gemeinde, meint: „Wir haben keinen Bauhof, sondern nur zwei Leute, die auf 450-Euro-Basis nebenberuflich eingestellt sind. Die Leistungen eines VG-weiten Bauhofs würden wir aber natürlich gern in Anspruch nehmen.“ Allerdings gebe es Vor- und Nachteile: „Für jede Gemeinde“, so Buttgereit, „ist ein Bauhof vor Ort ganz wichtig, um eine schnelle Eingreiftruppe in der Nähe zu haben. Bei einem zentralen Standort ist das schwieriger. Allerdings könnte man gemeinsame Geräte, Bagger und Fahrzeuge besser auslasten. Entscheiden müssen das aber die Ortsbürgermeister und Räte derjenigen Orte, die einen Baumhof haben.“

Quelle: RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Donnerstag, 22. Januar 2015

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