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Gemeindebüro Niederfischbach ist bei Bürgern und im Rat der Aufreger

Von am 8. Dezember 2014

Nur noch halbe Stelle für Dorfbewohner – Thema auch Sportplatzsanierung

Nicht nur das Stadtbüro in der Villa Kraemer beschäftigt die Kommunalpolitik in Kirchen seit Längerem, sondern auch das Gemeindebüro in Niederfischbach. Das wurde bei der Sitzung des dortigen Ortsgemeinderats am Donnerstagabend deutlich. Die Kommunalaufsicht in Altenkirchen hatte in den vergangenen Jahren mehrfach beanstandet, dass in den Gemeindebüros zu viel Personal angestellt sei. Als jedoch die Verbandsgemeindeverwaltung Kirchen für das Föschber Büro eine Reduzierung von 1,5 Stellen auf eine Dreiviertelstelle anvisierte, gestand Altenkirchen schließlich doch eine volle Stelle zu. Doch die wird zurzeit nicht voll ausgeschöpft.

Nachdem nämlich Theo Bollwerk als „das“ Gesicht des Büros ausgeschieden ist, hat die VG-Verwaltung seinen Stellenteil nicht neu besetzt. Seither ist im Gemeindebüro nur noch Mitarbeiterin Anneliese Wörster-Gissel tätig, deren halbe Stelle im Haushalt der Ortsgemeinde angesiedelt ist. Wie Ortsbürgermeister Matthias Otterbach im Rat erklärte, konnte das Büro deswegen nicht immer besetzt werden. Viele Bürger hätten sich beklagt, dass sie zu den bisherigen Öffnungszeiten vor einer geschlossenen Tür gestanden hätten. Daher habe man die Öffnungszeiten ändern müssen; freitags ist mittlerweile geschlossen.

Otterbach betonte, dass eine halbe Personalstelle im Niederfischbacher Büro im Haushalt der VG Kirchen ausgewiesen sei und dass diese Ausweisung laut Stellungnahme der Kommunalaufsicht korrekt sei. Diese halbe Stelle werde voraussichtlich aber nicht neu besetzt, so Otterbach. Die VG-Verwaltung habe schon darauf hingewiesen, dass im Krankheitsfall das Bürgerbüro in Kirchen die Anliegen übernehmen könne.

CDU-Fraktionssprecher Werner Imhäuser (CDU) hofft, dass die Bürger in Kirchen Druck machen: „Wir können die Sache so nicht hinnehmen. Die Bürger sollen sich in Kirchen beschweren!“ SPD-Sprecher Karl-Heinz Hombach bekräftigte, dass man sich für das örtliche Gemeindebüro stark machen sollte.

Was die Sanierung des örtlichen Sportplatzes betrifft, hat der Ortsgemeinderat am 11. September ein neues Finanzierungskonzept beschlossen. Das sollte die VG-Verwaltung mit der Kommunalaufsicht abstimmen, hat es laut Otterbach aber erst am 17. Oktober weitergeleitet. Ende November sei dann aus Kirchen die Stellungnahme der Kommunalaufsicht in Niederfischbach eingetrudelt, laut der eine wirtschaftliche Lösung anhand einer Vergleichsberechnung ermittelt werden soll. Sollte sich das Konzept der Ortsgemeinde als wirtschaftlichstes erweisen, werde die Kommunalaufsicht ihr Okay geben, so Otterbach. Er ist da zuversichtlich, merkt indes noch an: „Da sieht man, dass der eine oder andere ganz unterschiedliche Vorstellungen von ,zeitnah‘ hat…“

Bewegung kommt wieder in den Breitbandausbau. Das Land habe einen neuen Fördertopf aufgelegt, berichtete Otterbach. Hier gehe es zunächst um die grundsätzliche Interessenbekundung der Ortsgemeinde zu einem Ausbau im Rahmen der gemeinsamen Breitbandclusterbildung mit der Kreisverwaltung Altenkirchen. Mit diesem unverbindlichen Ja werde die Gemeinde in der Prüfung zur Planung des Breitbandausbaus mitberücksichtigt, sodass genaue Kosten und mögliche Förderungen mit dem Ziel eines Breitbandausbaus über Glasfaser ermittelt werden können. Erst wenn konkrete Zahlen über die Kosten vorliegen, könne man darüber entscheiden, ob die Ortsgemeinde den Ausbau durchführen will oder nicht.

„Es wird nicht billig werden. Aber es ist klar, dass wir keine andere Alternative haben“, betonte Otterbach: „Wenn wir uns nicht beteiligen, fährt der Zug ohne uns ab, und wir haben auf Jahre keine Gelegenheit mehr.“ Auch Karl-Heinz Hombach sagte: „Die Gelegenheit zum Breitbandausbau ist alternativlos.“ Einstimmig beschloss der Rat Interessenbekundung.

Quelle: Eva-Maria Stettner / RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Samstag, 6. Dezember 2014, Seite 23.

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