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„Haus am Nil“ wird 50 Jahre jung

Von am 10. Oktober 2014

50 Jahre „Haus am Nil“ in Niederfischbach: Sabine und Viktor Eberlein (hinter der Theke) freuen sich mit Markus Eberlein und Steffi Schilling auf die Gäste zum Jubiläum.  Foto: Steffen Kaufmann

Kneipe in Niederfischbach gehört ein halbes Jahrhundert der Familie Hambürger/Eberlein

Allen Grund für ein „kräftiges Prosit“ gibt es am kommenden Wochenende im „Haus am Nil“ in Niederfischbach. Seit 50 Jahren ist die Kneipe in der Mühlenhardtstraße im Besitz der Familie Hambürger/Eberlein. 1964 kauften Antonia und Fritz Hambürger das Haus und verlegten ihre Wirtschaft von der Konrad-Adenauer-Straße hierher.

Nach dem Tod von Antonia Hambürger heiratete ihr Mann Fritz Regina Euteneuer, die den Betrieb bis zu ihrem Tod weiterführte. Seit 1985 ist Tochter Sabine in der Kneipe tätig. „Ich bin in der Wirtschaft groß geworden“, sagt sie. 1988 heiratete sie Viktor Eberlein, der bis zu seinem Ruhestand als Schlosser arbeitete und seine Frau heute tatkräftig unterstützt. Nach dem Tod ihrer Eltern ist Sabine Eberlein seit 1996 die Wirtin hinter der Theke.

Beide erinnern sich an ein Hochwasser der Asdorf an einem Heiligabend in den 80er-Jahren, bei dem der Keller bis an die Oberkante unter Wasser stand. Später wurde ein Damm errichtet, sodass das Haus vom Hochwasser verschont blieb. Daher stammt auch der heutige Name „Haus am Nil“. „Auf einer Postsendung von Gästen stand dieser Name in der Anschrift“, erinnert sich Sabine Eberlein und lacht. „Wenn wir heute ein Taxi bestellen, dann zum ,Haus am Nil‘ – und jeder weiß Bescheid“, ergänzt sie.

Der ursprüngliche Name „Zur Mühlenhardt“ ist zwar an der Türe erhalten geblieben, aber nur noch wenigen bekannt. Unter den älteren Gästen heißt es häufig noch: „Mer gohn nom Fritz!“

Außer donnerstags ist die Kneipe täglich geöffnet. Der sonntägliche Frühschoppen ist für viele Föschber fester Bestandteil, und so trifft man sich an der Theke, um das Neuste aus dem Dorf zu erfahren. Analysen der Bundesligaspiele des Wochenendes dürfen ebenso nicht fehlen. Die Altersspanne der Gäste reicht dabei von Anfang 20 bis über 90. Dies freut natürlich die Wirtsleute, auch wenn es in Zukunft sicher eine Herausforderung sein wird, die Gästezahlen zu halten.

„Die Mentalität der Leute ist eben eine andere“, sagt Sohn Markus Eberlein, der mit seiner Freundin Steffi Schilling gern aushilft. „Feste, wohnortnahe Arbeitszeiten sind die Ausnahme, und die Mobilität ist heute ganz anders als früher.“ Vereine nutzen das Kneipenangebot für ihre Stammtische ebenso wie Würfel- und Skatclubs, die sich wöchentlich treffen. Hat ein Stammgast Geburtstag, wird ein Lied angestimmt, und der Jubilar gibt eine Lokalrunde. „Eine schöne Tradition“, sind sich die Eberleins einig.

Was sie im Gespräch immer wieder betonen, ist die Hilfsbereitschaft der Nachbarn. „Es war viel los, und plötzlich rief der Piepser zum Einsatz“, erinnert sich Markus Eberlein, der in der örtlichen Feuerwehr ist, an einen Abend. „Sofort war jemand da, der meiner Mutter geholfen hat.“ Auch gab es mit den Nachbarn nie Probleme, wenn mal bis in die Nacht hinein gefeiert wurde. Bleibt zu hoffen, dass auch weiterhin genügend Gäste kommen, ob „nom Fritz“, „ön dön Nil“ oder „nom Sabine“ – damit ein Stück Geschichte und Kultur im Ort erhalten bleiben. Die Feier beginnt am Freitag um 18.30 Uhr mit einem Krombacherabend, sonntags ist Frühschoppen mit Haxenessen.

Autor/Foto: Steffen Kaufmann

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