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Der Rekordhalter

Von am 18. Juli 2014

Matthias Otterbach seit 15 Jahren und einem Tag Ortsbürgermeister

Niederfischbach. Feiern wird er wohl nicht, dafür stehen einige Termine an – Grund hätte er allerdings: Matthias Otterbach ist mit dem heutigen Tag der Ortsbürgermeister mit der längsten Amtszeit seit Gründung der Gemeinde Niederfischbach 1969: genau 15 Jahre und einen Tag. Darauf wies gestern Abend in der konstituierenden Ratssitzung der scheidende 1. Beigeordnete Manfred Schlechtriemen hin, als er Otterbach seine vierte Ernennungsurkunde aushändigte. Zugleich führte er noch einmal vor Augen, was in diesen 15 Jahren alles geleistet wurde und wie Niederfischbach sich verändert hat. So seien u. a. viele neue Arbeitsplätze im Ort entstanden. Otterbach gab den Dank an seinen ersten Stellvertreter zurück: „Ohne dich wäre es mit Sicherheit nicht so gelaufen.“

Zum Nachfolger von Schlechtriemen wählte der Rat mit 19 Mal „Ja“ bei einer Nein-Stimme Georg Stinner, der von der CDU-Fraktion vorgeschlagen worden war. Mit elf Sitzen haben die Christdemokraten nach wie vor die Mehrheit im Rat. Wiederwahl hieß es bei den zwei weiteren Urnengängen. Sowohl der 2. Beigeordnete Bernd Becker (SPD) als auch der 3. Beigeordnete Gerd Braas (CDU) kennen sich mit diesen Ämtern schon aus. Becker erzielte das gleiche Ergebnis wie Stinner, bei Braas waren es sogar glatte 100 Prozent – und irgendwie hatte man im Anschluss den Eindruck, dass die vorgeschlagenen Kandidaten nicht die Möglichkeit der Enthaltung auf den Stimmzetteln hatten.

Der Rat vollzog gestern auch seine erste „inhaltliche“ Weichenstellung: Wie schon in den vergangenen Tagen bei den Kooperationspartnern in Mudersbach und Brachbach, wurde der Grundsatzbeschluss zu vorbereitenden Untersuchungen für das Förderprogramm „Ländliche Zentren“ gefasst. Otterbach ließ keinen Zweifel daran, dass er hier einen Schwerpunkt für die nächsten fünf Jahre sieht: „Das Programm könnte wie ein Sechser im Lotto für Niederfischbach sein. Wenn es hält, was es verspricht, werden wir hoffentlich in die Lage versetzt, das Steuer wieder zu übernehmen und einige Entwicklungen in die richtige Richtung zu lenken.“ Damit meinte der Ortsbürgermeister in erster Linie die Wohn- und Gewerbesituation an der Ortsdurchfahrt.

Thomas Mäusezahl (SPD) enthielt sich bei der Abstimmung allerdings der Stimme. Er monierte die in der Vorlage bereits genannten Prioritäten. Dabei wird u. a. der Erwerb von leerstehenden bzw. sanierungsbedürftigen Gebäuden für eine alternative Nutzung genannt. Er kenne weder die städtebaulichen Entwicklungsziele noch den Inhalt der Bewerbungsunterlagen, sagte Mäusezahl. Seine Befürchtung: „Da wird viel Geld benötigt, das an anderer Stelle fehlt.“ Seiner Meinung nach sei bislang auch immer von der Förderung privater Maßnahmen die Rede gewesen. Daher sollte laut Mäusezahl der Rat viel aktiver an der Prioritätensetzung beteiligt werden. Otterbach versuchte den SPD-Mann davon zu überzeugen, dass definitiv noch nichts Konkretes geplant sei und dieser Beschluss lediglich ein Einstieg sei. Mache man das nicht, „dann können wir den Förderbescheid direkt wieder nach Mainz schicken.“

Der Ortsbürgermeister möchte bei der Umsetzung des Programms ohnehin die Bürger beteiligen, auch wenn es letztlich der Rat sei, der Entscheidungen – auch mutige – treffen müsse. Dabei werde man sich nicht von Ideologien leiten lassen, sondern vernünftig und sachlich abwägen, so Otterbach. Das gelte auch für die weiteren Themen: Sport- und Kirchplatzsanierung, Breitband, Straßenerhaltung, Bürgerpark, Bahnhofsgelände etc.

Von Ursula Leitner wurde gestern direkt das Thema „Gastronomie im Bürgerpark“ angesprochen. Otterbach hatte hier allerdings keine neuen Erkenntnisse, so wie alle anderen habe auch er nur die Erdanschüttung bemerkt: „Ich weiß nicht, wie es weitergeht.“ Dem einzigen Bewerber habe man damals den Zuschlag mit Auflagen erteilt, die Fristen seien aber schon verlängert worden. SPD-Fraktionssprecher Karl-Heinz Hombach regte daher an, den „Investor“ doch einmal in den Rat einzuladen, damit man die weiteren Pläne erfahre.

Quelle: Siegener Zeitung
Autor_in: thor

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