Schafe per Rasierer vom Winterfell befreit

Von am 5. Juni 2014

Beim Wollfest im Niederfischbacher Tierpark wurden insgesamt zehn Schafe geschoren. Viele Kinder kamen über den Tag verteilt und schauten mit großem Interesse zu. Foto: Steffen Kaufmann

Wollfest im Tierpark in Niederfischbach gefeiert – 1000 Besucher verfolgen Arbeitsgänge bis zur Socke

Mit dem Wollfest endete der Winter nun auch für die Schafe im Tierpark in Niederfischbach. Rund 1000 Besucher kamen am Sonntag ins Otterbachtal, um live zu erleben, wie viele Arbeitsgänge erforderlich sind, bis aus der geschorenen Wolle Socken und andere Handarbeiten entstehen. Gespannt schauten besonders die vielen Kinder Frank Fries bei seiner Arbeit zu, der bei zehn Schafen den Rasierer ansetzte, um sie von ihrem Winterfell „zu befreien“.

Gleich neben dem „Scherplatz“ standen Wollkamm und Spinnräder, um den „Weg der Wolle“ zu veranschaulichen. Spontan zeigten sich einige Gäste bereit, beim nächsten Wollfest selbst aktiv dabei zu sein und Handgemachtes aus Wolle zum Verkauf anzubieten. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr ging es nun in die zweite Auflage. „Die Notwendigkeit des Scherens ist gegeben, und so verbinden wir das mit diesem Fest“, sagte Peter Merzhäuser, Geschäftsführer des Vereins. Der Tierpark beherbergt 40 Schafe in vier Rassen. Neben Heidschnucken und Quessantschafen gehören Brillen- und Wallachenschafe zum Bestand. Von Letzteren gibt es weltweit noch 160 Tiere, 5 leben in Niederfischbach.

Das Wollfest reiht sich in das neue Konzept des Tierparks ein, mit dem auf vom Aussterben bedrohte Haustierrassen aufmerksam gemacht werden soll. Für die Betreiber geht es weniger darum, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen, denn an dem Verkaufserlös der Wollprodukte ist der Park nur auf Basis einer freiwilligen Spende beteiligt. „Für uns ist es ein guter Tag, wenn viele Besucher kommen und sich den Park anschauen, um das in den vergangenen Jahren verloren gegangene Ansehen wieder zu steigern.“ Und das war am Sonntag auf jeden Fall gegeben.

 

Steffen Kaufmann

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