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Das alte Föschber Gemeindebüro verschwindet

Von am 24. Januar 2014

Bereits gestern begannen die Abrissarbeiten am ehemaligen Niederfischbacher Gemeindebüro in der Hahnseifenstraße. Heute Abend wird das Gebäude komplett am Boden liegen. Foto: Gerd Braas

Abgerissen wird das ehemalige Gemeindebüro in der Hahnseifenstraße in Niederfischbach. Schon Anfang der Woche wurde mit der Entkernung des Hausinneren begonnen, am Mittwoch der Dachstuhl abgebrochen – bis heute Abend soll dann das komplette Gebäude abgerissen sein. Die Trümmer werden zur Recyclinganlage bei der Wehbacher Erddeponie gebracht. Auch der geteerte Vorplatz verschwindet – stattdessen soll eine Grünfläche mit Obstbäumen entstehen.

Die Ortsgemeinde Niederfischbach hatte das Gebäude schon seit Längerem zum Verkauf ausgeschrieben. Einziger Interessent war der Nachbar Rüdiger Zöller, der das Haus dann 2012 kaufte. Die beiden Buswartehallen vor der Türe ließ er schon Ende 2012 abreißen. Wegen ihrer maroden Bausubstanz sah er hier direkten Handlungsbedarf, da die Sicherheit der Passanten gefährdet war. Nun also verschwindet auch das alte Gemeindebüro aus dem Ortsbild der Asdorftalgemeinde.

Baupläne für die entstehende Freifläche hat Zöller nach heutigem Stand nicht, sagte er. Für den Abriss indes habe es keine Alternative gegeben: Nach einer Kostenschätzung hätte die Renovierung des alten Gebäudes rund 200 000 Euro gekostet – zu viel für die Ortsgemeinde in Zeiten knapper Kassen. „Das wäre ‚rausgeworfenes Geld gewesen“, betont Ortsbürgermeister Matthias Otterbach im RZ-Gespräch. Bereits 2008 ist die Gemeindeverwaltung in die ehemalige Grundschule auf der Fischbacherhütte umgezogen, ebenso der Bezirksdienst der Polizeiinspektion Betzdorf. „So konnten diese Räume sinnvoll genutzt werden, und ihre Herrichtung kostete den Bruchteil einer Renovierung des alten Gemeindebüros“, fügt Otterbach an.

1894 wurde das alte Haus als dritte katholische Grundschule im Dorf errichtet. Von 1962 bis 2008 war die Verwaltung der Ortsgemeinde hier untergebracht. Der Sitzungssaal wurde zwischenzeitlich als Übergangslösung von der Jugendpflege der Verbandsgemeinde genutzt. Aber: „Heiße Eisen müssen auf den Prüfstand“, gibt Otterbach mit Blick auf die damalige Entscheidung zu bedenken. Bis zuletzt nutzte der DRK-Ortsverein die Garagen für seine Einsatzfahrzeuge: Im Gebäude wurde auch ein Raum für Schulungen genutzt. Durch den Abriss musste eine Alternative her. Der Vereinsraum befindet sich nun bereits in der ehemaligen Grundschule von Föschbe, wo auch künftig die Fahrzeuge untergestellt werden. Fleißige Helfer verpackten die letzten verbleibenden Gegenstände aus den Garagen, die vor Jahren vom DRK-Ortsverein gebaut wurden.

Im Gegenzug unterstützt die Gemeinde die Rotkreuzler mit einem Baukostenzuschuss für das neue Domizil. Otterbach: „Die DRK-Helfer sind immer da, wenn andere feiern. Klar, dass wir hier Unterstützung leisten.“

Weitere Bilder hier: [KLICK]

 

Autoren/Quelle: Steffen Kaufmann und Peter Seel
Fotos: Gerd Braas
RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Freitag, 24. Januar 2014, Seite 22

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