Blasmusik in bayerischem Flair präsentiert

Von am 12. November 2013

Mit zünftiger Blasmusik hat der Musikverein 1871 Niederfischbach am Samstag seine Zuhörer in der Turnhalle der Grundschule in Niederfischbach unterhalten. Dazu ließen die Musikanten Uniform und Krawatte im Schrank und erschienen zum bayerischen Herbstkonzert allesamt in Dirndl oder Lederhose. Die Halle war entsprechend dekoriert. Mit dem Marsch „Von der Tann“ eröffnete das Orchester unter der Leitung von Andreas Glöckner den Abend, und Vorsitzender Wolfgang Mertens gestand gleich nach der Begrüßung ein, dass es auf Umwegen nach Bayern gehen werde. Denn mit dem Marsch aus der Oper „Carmen“ setzten die Akteure einen klassischen Akzent, und mit „Peronne“ ging es in die gleichnamige Stadt in Frankreich. „Da gibt es ein Autobahndreieck“, sagte Mertens, und so ging es auf der Überholspur Richtung Österreich weiter.

Mit „Kennen Sie Strauß?“ wurde ein Potpourri bekannter Melodien von Johann Strauß vorgetragen. Dazu gehörten der „Radetzky-Marsch“ ebenso wie „An der schönen blauen Donau“. Die Musiker meisterten den Wechsel vom Marschtempo in den Dreivierteltakt des Walzers und wieder zurück. Angekommen im Unterallgäu, wurde es dann bayerisch. Unter dem Titel „Blasmusik macht Freude“ machten die Holzbläser mit quirligen Einwürfen auf sich aufmerksam, während die Blechbläser die Melodie aufnahmen.

Dann war das Jugendorchester an der Reihe. Um den Zeitrahmen nicht zu sprengen, packte der Nachwuchs 24 bekannte Hits in einem Medley zusammen und zeigte eindrucksvoll sein Können. Unter der Leitung von Wolfgang Mertens machten Leonie Waffenschmidt, Sophia Weyel und Tina Gettmann bei „Twinkling Flutes“ auf sich aufmerksam. Gekonnt meisterten die jungen Flötistinnen ihren Solopart. Reichlich Applaus war der verdiente Lohn. Nicht ohne Zugabe ließ das Publikum den Nachwuchs von der Bühne, der mit „Hände zum Himmel“ für Stimmung sorgte.

Nach der Pause saß das „große“ Orchester wieder auf der Bühne, und im Anschluss an die Polka „Musikantenfreundschaft“ waren Armin Velten und Tobias Wagener gefordert. Mit Bravour meisterten sie als Solisten ihren Part in „Die Paradiesvögel“. Nach Flöten- und Trompetensolo stellte sich das Posaunenregister mit Tobias Wagener, Felix Otterbach, Lukas Borkenhagen, Miriam Otterbach, Julius Otterbach, Bernd Becker und Wolfgang Mertens zur „Lustigen Polka“ vor dem Orchester auf und intonierte den vierstimmigen Satz zu siebt. Manche Besucher in den ersten Reihen staunten nicht schlecht, wie laut eine Posaune sein kann.

Ein Medley der Hits von Schlagersängerin Helene Fischer kündigte Wolfgang Mertens dann an. Wenn auch nicht aus Tirol, sondern aus dem Hauberg im Asdorftal kamen die Holzhackerbuam Lukas, Felix und Julius Otterbach sowie Felix Böhmer und Lars Waffenschmidt. Zur Musik nahmen sie sich des massiven Buchenholzes an. Zumindest gedanklich saßen die Zuhörer beim Medley „TV-Kultabend“ im heimischen Fernsehsessel, als die Melodien von Traumschiff, Derrick, Schwarzwaldklinik, Wetten dass, Sportstudio und Tagesschau erklangen.

Während sich in der Halle bereits der Duft von leckerem Essen ausbreitete, zog das Orchester mit dem „Deutschmeister Regimentsmarsch“ noch einmal alle Register. Begeistert von den Darbietungen des Abends, forderte das Publikum gleich zwei Zugaben. Mit „Auf der Vogelwiese“ und „Böhmischer Traum“ ging der offizielle Teil zu Ende. Dann hieß es endlich „O’ zapft is“, und deftiges Essen wurde serviert.


Autor: Steffen Kaufmann

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.