Mit dem Drahtesel über den Bahndamm

Von am 5. August 2013

Am Asdorftal-Radwanderweg ist auch das kleine Eisenbahnmuseum in Niederfischbach zu finden. Foto: © Markus Döring

Der Radwanderweg im Asdorftal im Kreis Altenkirchen ist familienfreundlich angelegt

Kirchen. Vor rund elf Jahren, am 17. August 2002, wurde in der Verbandsgemeinde Kirchen (Kreis Altenkirchen) im malerischen Asdorftal zwischen Kirchen und Niederfischbach sowie von dort bis zur Landesgrenze nach Nordrhein-Westfalen der 11,8 Kilometer lange Asdorftal-Radwanderweg eröffnet. Links und rechts gibt es das eine oder andere landschaftliche Kleinod zu sehen, und auch schöne Möglichkeiten zur Rast gibt es.

Weil er auf einer alten Bahntrasse angelegt wurde, hat der Radweg im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz kaum Steigungen und ist daher nicht nur familienfreundlich, sondern auch ideal für Skater und Radfahrer – mit Anschluss an weiterführende Radwege ins Siegerland hinein.

Kirchen erreicht man mit der Bahn über die Siegstrecke Siegen–Au–Köln oder per Pkw über die Bundesstraße 62 von Siegen oder von Betzdorf sowie über die L 280 von Freudenberg aus. Den Einstieg in den Asdorftal-Radwanderweg im Kirchener Ortsteil Riegel ziert ein Gedenkstein, der zur Eröffnung aufgestellt wurde. Über die ehemalige Eisenbahnbrücke der Bahnlinie von Kirchen nach Freudenberg führt der Weg an der Jungenthaler Straße (L 280) entlang, wo die Hallen der früheren Lokomotivfabrik Jung-Jungenthal stehen. Nach der Abzweigung in den Ortsteil Wehbach verläuft der Radweg weiter auf der seit Langem stillgelegten Bahnstrecke.

In Wehbach grüßt rechter Hand an der Heinrich-Klostermann-Straße die evangelische Christuskirche. Vom Hang an der Wingendorfer Straße sticht mit ihrem weißen Außenputz die katholische Kirche St. Petrus ins Auge. An der Friedrichshütten-straße entlang, deren Name an die Walzwerktradition des Ortes erinnert, gelangt man weiter nach Junkernthal. Der Torbogen zur Freiherr von Hövel’schen Rentei ist ein sehenswertes Denkmal der Fachwerkbaukunst – sicher eine der landschaftlich reizvollsten Passagen des Radwegs. In den alten Zeiten des Bahnbetriebs wären jetzt die Haltepunkte „Junkernthal“ und „Christelay“ vom Schaffner aufgerufen worden, bevor die ersten Häuser des Ortsteils Eicherhof ins Sichtfeld von Radlern und Wanderern fallen.

Bald erreicht man Niederfischbach: Nach Überqueren der Konrad-Adenauer-Straße kommt man an den ehemaligen Bahnhof. Dort findet sich ein kleines Eisenbahnmuseum mit ein paar Metern Gleis, historischen Fahrzeugen, Signalen und anderen Erinnerungsstücken an die Bahn. Das Museum wird von der örtlichen IG Asdorftalbahn unterhalten. Unmittelbar hinter dem Bahnhof folgt einer der Rastplätze mit einem Unterstand. Nach der Asdorf-Überquerung folgt bald ein großer Einkaufsmarkt mit Gelegenheit, wochentags die Rucksäcke aufzufüllen. Dort haben Wanderer und Radfahrer einen beeindruckenden Panoramablick auf Niederfischbach mit der evangelischen und besonders der katholischen Kirche, dem beachtlichen „Siegerländer Dom“ mit seinen zwei stattlichen Türmen.

Nahe der Straße „An der Stürze“ endet der im Oktober 2003 eingeweihte Grubenwanderweg Niederfischbach. Dieser Themenwanderweg über 18 Kilometer startet am Marktplatz und erinnert an die Bergbautradition in und um die Asdorftalgemeinde. Auf Höhe der Wittumhofstraße ist die Skateranlage ein Muss für den geübten Inliner. Das Wiesental der Asdorf grüßt mit sattem Grün, bevor das Rufen der Kinder am Spielplatz in Oberasdorf die Gäste auf dem Radweg wieder ablenkt. Mit kaum merklichem Anstieg mündet der Radwanderweg schließlich an der Plittershagener Straße am Ufer des Asdorfer Weihers in seinen vorläufigen Endpunkt – hervorragend vernetzt zum Siegtalradweg und somit zur nordrhein-westfälischen Seite.

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Quelle:
sel Rhein-Zeitung vom Montag, 5. August 2013, Seite 17

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