Ein Teil des Tierparks wird Heimatmuseum

Von am 9. April 2013

Freizeit

In Marder-, Fretchen- und Eulenscheune sind in Niederfischbach historische Werkzeuge zu sehen

Im Niederfischbacher Tierpark ist die neue „Marderscheune“ im früheren Sittichhaus fertig. Wann die putzigen Gesellen, die in freier Wildbahn gern an Autokabeln knabbern, aber kommen, ist unklar. Sicher ist, dass bei Marder-, Frettchen- und Eulengehege schon für die Ausstattung gesorgt ist. Und die wird einen Hauch von Heimatmuseum in den Park bringen.

Ein engagierter Parkhelfer hat einen Jeep für die neue Marderscheune des Tierparks gespendet. Alles, was den Tieren gefährlich sein könnte, hat er ausgebaut, aber etliche Kabel dringelassen, damit die Steinmarder eines Tages Spaß haben. Auch ein altes, „entschärftes“ Mardereisen ist zu sehen. Foto: Markus Döring

Das hat der Tierparkverein vor allem dem Niederfischbacher Ortsbürgermeister Matthias Otterbach und dessen Frau Elisabeth zu verdanken. Deren Eltern hatten früher eine Landwirtschaft, und die Otterbachs sorgten dafür, dass Scheuneneinrichtung und viele alte Schätzchen aufbewahrt wurden. Diese Dinge sind demnächst im Tierpark zu sehen. „Wir hatten die Sachen im Keller des alten Gemeindebüros im Hahnseifen gebunkert“, erzählt Otterbach.

Zunächst hatte der Orts-Chef ein Heimatmuseum für die Asdorftalgemeinde im Sinn, was aber kaum finanzierbar gewesen wäre. Dann kam er mit Peter Merzhäuser ins Gespräch, dem Geschäftsführer des Tierparkvereins, und es zeigte sich, dass die historischen Gegenstände bestens zum neuen Parkkonzept passen. Dort werden ja seit einigen Jahren anstatt Pumas oder Papageien heimische Wildtiere und alte, teils vom Aussterben bedrohte Haustierrassen gezeigt. „Da passen die Sachen gut dazu“, sagt Otterbach, „und sie können gern für immer im Park bleiben. Es ist doch sinnvoll, dass man da Heimat- mit Tierkunde verbindet.“ Auch herrsche im Tierpark mehr Leben als in einem Museum: „Im Park stehen die Generationen zusammen. Da kann das Kind Eulen oder Marder gucken und sich mit seinem Opa über die alte Landwirtschaft unterhalten.“

Beim Tierpark freut man sich über die Otterbach-Spende. „Hier können die Sachen der Öffentlichkeit als Dekoration unserer Tiervolieren gezeigt werden“, sagt Peter Merzhäuser, „bei den Mardern in einer alten Scheune, bei den Frettchen in einem Gehege, das stilecht als Dachboden ausstaffiert ist.“ Als nächstes ist eine Eulenscheune am Platz der früheren Fasanenvoliere geplant – als ein in der Mitte aufgeschnittenes Gebäude, in dem die Besucher Dreschflegel, Pferdefuhrwerk, Urgroßmutters Waschtrommel oder eine alte Feuerspritze sehen können. Zwei andere Fuhrwerke stehen bereits auf einem Grünstreifen. „An allen Volieren sollen Tafeln diese Gegenstände erklären“, erklärt Merzhäuser, „dann kann man im Park auch viel über unsere Vorfahren lernen.“

Während dort schon drei Frettchen leben – die zutrauliche, domestizierte Form des Iltis – , lassen die Marder auf sich warten. Merzhäuser: „Wir verfolgen seit zwei Jahren die Abgabenlisten aller deutschen und österreichischen Zoos, aber nie war ein Steinmarder dabei. Da sind Borneo-Elefanten leichter zu bekommen.“ Am Sonntag waren die verspielten Frettchen, die wegen ihrer schwarzen „Augenmaske“ wie die Panzerknacker bei Donald Duck aussehen, schon der Renner im Park. Ebenso ein alter Jeep, der in der Marderscheue steht. Der passt zwar nicht ganz zu den alten Landwirtschaftsgeräten, aber die Marder sollen ja auch ein paar Kabel zum knabbern haben …

Quelle/Autor: Peter Seel
RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Dienstag, 9. April 2013, Seite 19

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