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Mit Stroh und Rotlichtlampe gegen die Kälte

Von am 6. April 2013

Wetter

Tiere kommen in Niederfischbach gut durch die kalte Jahreszeit

Anhaltende Minusgrade und ein rauer Wind plagen nicht nur die Menschen im AK-Land – auch Storch und Schwein im Niederfischbacher Tierpark müssen sich warm anziehen. „Natur erleben!“ lautet bekanntlich das Motto der Einrichtung, und Natur heißt eben auch Winter. „Das kalte Wetter ist für die meisten Tiere unproblematisch“, versichert der Geschäftsführer des Tierparkvereins, Peter Merzhäuser. Durch das neue Parkkonzept – weg von den Exoten, hin zu Tieren aus heimischen Breiten – leben hier mittlerweile zumeist Bewohner, die auch auf niedrige Temperaturen eingestellt sind. Dennoch sorgen die Tierpfleger dafür, dass die Parkbewohner mehr Stroh bekommen als sonst, das ihnen Schutz vor der Kälte bietet, und vor allem: jede Menge Futter.

„Nur die Berberaffen und Gibbons, die wir hier noch haben, kriegen kalte Füße“, schmunzelt Merzhäuser. Doch auch dieses Problem lässt sich lösen: Im Affenhaus herrschen 20 bis 25 Grad – da lässt es sich aushalten. Zugleich haben die Tiere die Möglichkeit, im Freigehege frische Luft zu schnappen, können sich dann aber wieder in die Wärme zurückziehen. Auch sonst gehe es den Tieren, sagt Merzhäuser, trotz der Kälte gut im Kesselbachtal. Selbst der Storch, ein Zugvogel, der vor der Kälte in den Süden flieht, fühlt sich in Niederfischbach noch wohl. „Störche brauchen keine hohen Temperaturen“, erklärt Merzhäuser, „die suchen nur ausreichend Futter.“ Davon gibt es in Niederfischbach genügend. So behalten etwa die drei Wildschweindamen Alexandra, Annabelle und Amelie ihre dicke „Schwarte“, die sie vor der Kälte schützt. Die im Januar zu früh geborenen zwei Ziegenbabys mussten dagegen für zwei Wochen unter die Rotlichtlampe, damit sie nicht unterkühlten. Erst schrittweise wurden sie an die winterlichen Temperaturen gewöhnt.

Während die Tiere kaum Probleme mit der Kälte haben, trauten sich die Menschen diesen Winter nicht oft vor die Türen – obwohl der Park ganzjährig geöffnet hat, fanden in den vergangenen Monaten kaum Besucher hierher, was für den Tierparkverein auch schmerzliche finanzielle Einbußen bedeutet. „

Verglichen mit 2012 fehlen uns im ersten Frühlingsmonat rund 2500 Besucher“, sagt Merzhäuser, „das geht aber vielen kleineren Parks so.“ Erst seit Ostern kommen mehr Tierfreunde nach Niederfischbach. Wenn mit den Besucherzahlen dann bald wieder die Außentemperaturen steigen, kann sich der Park womöglich auf einen umso erfolgreicheren warmen Sommer freuen.

Infos unter www.tierpark-niederfischbach.de oder telefonisch unter 02734/61 175.

 

 

 

Autor / Quelle:
Julian Weber – RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Samstag, 6. April 2013, Seite 16

 

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