Frische Ideen für den Tierpark Niederfischbach

Von am 4. Januar 2013

Der neue Tierparkverein freut sich auf sie – und Stefanie Schilling freut sich auf den Tierpark Niederfischbach. Die 24-Jährige beginnt Mitte des Monats als neue hauptamtliche Zootierpflegerin im Kesselbachtal und bringt viel Engagement, Tierliebe und frische Ideen mit. „Wir haben sie hier für ein paar Tage zum Probearbeiten im Park gehabt“, berichtet Peter Merzhäuser, der Geschäftsführer des Vereins, „und da war uns eigentlich sofort klar, dass sie was drauf hat. Sie kann nicht nur fachlich viel, sondern hat auch Durchsetzungsfreude gezeigt.“

Am Zoo Dresden war die 24-jährige Zootierpflegerin Stefanie Schilling unter anderem für die Nyala-Antilopen zuständig. Für den Tierpark Niederfischbach bringt sie viele neue Ideen mit.

Im Telefongespäch, das die Rhein-Zeitung mit der jungen Frau führte, zeigte sich auch, dass sie nicht vor hat, den kleinen Tierpark zwischen Siegerland und Westerwald nur als Durchgangstation zu benutzen. „Mein Ziel ist ein unbefristeter Vertrag, und ich werde mich in die Arbeit ‚reinknien, denn am liebsten würde ich in Niederfischbach bleiben.“ Dass es sich dort um einen kleinen Park handelt, das macht ihr nichts aus: „Ich finde es toll, dass da ein neues Konzept aufgebaut wird, dass es in Zukunft um einheimische Wildtiere gehen soll. In Mitteleuropa gibt es eben weit mehr Tiere als Amseln und Rehe.“ Dass der Bildungsgedanke ein weiteres Fernziel des neuen Tierparks Niederfischbach ist, findet sie „extrem wichtig“.

Ihre Ausbildung zur Zootierpflegerin hat sie ab 2007 im Tierpark Weißwasser gemacht, der mit dem Zoo Dresden kooperiert, und wo sie auch nach dieser Zeit noch bis August 2012 tätig war. Hier war sie vor allem für die Huftiere zuständig – von den Ponys und Schafen im Streichelzoo bis zur afrikanische Nyala-Antilope, aber auch Känguruhs, Kronenkraniche, Giraffen und Zebras gehörten zu ihrem Aufgabenbereich. Gehegesäuberung, Fütterung, artgerechte Haltung – das hat sie nicht nur von der Pike auf gelernt, sondern es macht ihr auch Spaß.

Als ihr befristeter Vertrag am Zoo in Dresden nicht mehr verlängert werden konnte, schrieb sie mehr als ein rundes Dutzend Bewerbungen an andere Zoos und Tierparks. „Ich wollte in diesem Beruf bleiben, weil mir die Arbeit mit Tieren ganz viel bedeutet. Es ist mein Traumberuf, den ich gerne mein Leben lang machen würde.“ Auch auf eine Annonce des Tierparkvereins stieß sie. Nach dem Treffen, für das sie aus dem Raum Leipzig ins AK-Land kam, war schnell klar, dass sie die Richtige für Niederfischbach ist. Sie hat trotz ihres Alters auch keine Angst davor, dass von ihr auch leitende Aufgaben erwartet werden. Stefanie Schilling muss die viele Arbeit unter anderem mit zwei 400-Euro-Jobbern bewältigen. „Ich bin absolut für Teamarbeit“, sagt sie, „anders kann man sowieso nichts erreichen. Aber ich weiß auch, was ich will – dass wir den Tieren das Beste bieten und dass es ihnen gut geht.“

Es gibt in der Tat viel zu tun in „Föschbe“, das weiß sie: „Ich sehe da extrem viel Arbeit, und einiges läuft auch noch ein bisschen chaotisch ab. Aber ich habe viele Ideen, wie man die Abläufe besser strukturieren könnte. Man müsste zum Beispiel bessere Einsatz- und Futterpläne erstellen.“ Beim Vorstand des Tierparkvereins ist man recht angetan von Stefanie Schilling. „Sie hat freie Hand, um den Park weiter zu verbessern“, sagt die Vorsitzende Christiane Kessler. Dass die Neue „Power“ dafür haben dürfte, zeigt unter anderem, dass sie seit der fünften Schulklasse die Sportart Unihockey betreibt. Als sie 2009 damit aufhörte, hatte sie es bis in der Damenbundesliga geschafft und war mit dem Team ihres Leipziger Vereins sogar einmal deutscher Meister geworden.

Autor / Quelle:
Peter Seel

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